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CNN bei der NATO


Terror in den USA (28.9.)

Nach den Abschiedsbriefen ohne Motiv in einem Mietwagen am Flughaften hat nun das FBI ein Dookument mit Anweisungen für Terroranschläge entdeckt, und zwar im Gepäck von "Mohammed Atta". Das in seinem Gepäck gefundene Schriftstück sei in Arabisch verfasst, berichtete die "Washington Post" am Freitag. Sie zitierte daraus folgende Sätze: "Seid euch bewusst, dass ihr in dieser Nacht viele Herausforderungen bestehen müsst. Aber ihr müsst sie bestehen und es zu hundert Prozent verstehen." "Reinigt eure Herzen und befreit sie von allen irdischen Dingen. Die Zeit des Spaßes und der Verschwendung ist vorbei. Die Zeit des Gerichts ist gekommen. Von nun an brauchen wir diese wenigen Stunden, um Gott um Verzeihung zu bitten. Ihr müsst überzeugt davon sein, dass diese euch verbleibenden Stunden nur noch wenige sind. Dann werdet ihr ein glückliches Leben im grenzenlosen Paradies leben." "Jeder hasst und fürchtet den Tod. Aber nur die Gläubigen, die wissen, dass es ein Leben nach dem Tod und nach dem Tod die Belohnung für das Leben gibt, werden den Tod suchen."

"Überprüft alle eure Sachen. ... eure Tasche, eure Kleidung, Messer, eure Testamente, eure Ausweise, eure Pässe, alle eure Papiere. .. Stellt sicher, dass euch niemand folgt. ... Stellt sicher, dass ihr sauber seid, dass eure Kleidung sauber ist, auch die Schuhe." "Wenn ihr das Flugzeug betretet: Oh Herr, öffne alle Türen für mich. Oh Herr, der meine Gebete erhört und diejenigen erhört, die dich bitten, ich erbitte deine Hilfe. Ich erbitte deine Vergebung. Ich bitte dich, erleuchte meinen Weg. Ich bitte dich, erlöse mich von meiner Last." Das Gepäck wurde nicht auf die richtige Maschine umgeladen, deshalb dieser Fund. Und warum erfahren wir erst jetzt davon? Ist das einer der Beweise, die Bush doch freigeben will? Nach CNN-Berichten haben die vielen bisherigen Festnahmen amerikanischer Muslime keine Verbindung zu den Anschlägen oder zu Bin Laden ergeben.

Medien auch hierzulande konzentrieren sich auf den Ägypter Dr. Al Zawahiri als sozusagen Stellvertreter Bin Ladens. Nach der Meldung in einer US-Newsgroup ein Gründer der ägyptischen Gruppe "Islamischer Dschihad", der seit den Tagen der Operationen in Afghanistan gegen die Sowjetunion für die CIA arbeitet. Im Artikel "The creation called Osama" zitiert Shamsul Islam das Buch "Taliban: Militant Islam, Oil and Fundamentalism in Central Asia" von Ahmed Rashid. Darin wird belegt, dass die Verbindungen der CIA zu Bin Laden mitnichten 1990 beendet wurden. Im Gegenteil, ein paar Wochen bevor 1998 Anschläge auf US-Botschaften in Afrika verübt wurden, war der saudische Geheimdientschef Prinz Turki in Afghanistan zu Besuch. Bald danach wurden 400 neue Pick up-Laster ins Land gebracht.

Der pakistanische Geheimdienst ISI wurde von der CIA dabei unterstützt, sich um saudische Kontingente für den Kampf der Taliban zu bemühen. Allerdings war so ein Freiheitskampf eher für ärmere Saudis attraktiv als für die reicheren Clans. Im Sydney Morning Herald schrieb Rahul Bedi über "Washington's Pakistani Allies: Killers and Drug Dealers": der Geheimdienst ist nicht nur eine der wichtigsten Quelle für die Allianz der USA gegen die Taliban, sondern auch verbunden mit politischen Morden, Drogenhandel und dem Schmuggel von atomarem Material sowie Missilekomponenten. Und man unterstützt islamisch-fundamentalistische Bewegungen. Heute dominiert ISI die Innen- und Aussenpolitik Pakistans.

Das ISI kümmerte sich mit Unterstützung von CIA und SDECE (französischer Geheimdienst) um die Mujahedin, wobei das Geld aus Amerika kam. Man war auch bei der Machtübernahme der Taliban in Kabul 1996 behilflich. Die ISI-CIA-Zusammenarbeit inkludierte nicht nur Osama Bin Laden, sondern auch Mir Aimal Kansi (brachte zwei CIA-Agenten vor ihrem Büro in Langley bei Washington um) und Ramzi Yousef (involviert in den ersten Anschlag auf das World Trade Center). Drogen aus Afghanistan und dem Norden Pakistans - verkauft in Europa und den USA - halfen, die Kosten des langen Krieges der Taliban hereinzubringen.

In den 70er Jahren gründete das ISI eine Abteilung, die sich um Nuklearmaterial und Raketentechnologie für Pakistan kümmerte. Diese Grundlagen der pakistanischen Atomwaffen stammen vor allem aus China und Nordkorea, aber auch aus Europa (wichtige Nuklearkomponenten und Know-How). Ist nicht in den 70er Jahren ein Schiff im Indischen Ozean gesunken, mit einer angeblichen Urananlage an Bord? - Ein wenig Hoffnung auf Kriegsvermeidung gab es gestern, als Reverend Jesse Jackson ausführlich von CNN interviewt wurde. Er würde eine Vermittlungsmission machen, aber keine Verhandlungen. Die Taliban haben ihn ja darum ersucht, siehe einen der Artikel unten. Jackson meint, man müsse Bin Laden vor einen "World Court" stellen, Ja, aber seit wann kümmern sich die USA um internationale Gerichtshöfe? Nicht, wenn es wirklich um Beweise geht.

Interessant übrigens ein kurzer Artikel über "Rushdie's air ban", gestern in Grossbritannien erschienen: Der Schriftsteller Salman Rushie geht nämlich davon aus, dass US-Behörden sehr wohl von geplanten Anschlägen wussten. Am 3. September gab die FAA (Federal Aviation Authority der USA) eine Richtlinie heraus, nach der dem Autor das Benützen von Flugzeugen in den USA und Kanada so lange verboten wird, bis es strengere und teure Sicherheitsmassnahmen der Fluglinien gibt. Die FAA teilte Rushdie mit, dass die US-Nachrichtendienste vor "etwas da draussen" gewarnt hätten. Weitere Details wurden nicht bekanntgegeben. Die FAA bestätigte Spezialmassnahmen betreffend Rushdie, weigerten sich aber, einen Grund dafür zu nennen.

Gestern geben die SPÖ-Frauen eine Pressekonferenz, wo sie an die Beschlüsse der Pekinger Weltfrauenkonferenz 1995 erinnerten. Im Kapitel "Frauen und bewaffnete Konflikte" steht nämlich:
1) Teilnahme von Frauen an den Entscheidungsprozessen für Konfliktlösung erhöhen. Frauen, die in bewaffneten und anderen Konflikten oder unter ausländischer Besatzung leben, schützen.
2) Verringerung exzessiver Militärausgaben und Kontrolle über die Verfügbarkeit von Waffen. 3) Förderung von gewaltfreien Konfliktlösungsmechanismen und Verringerung der Menschenrechtsverletzungen in Konfliktsituationen.
4) Förderung des Beitrags von Frauen zu einer Kultur des Friedens.
5) Schutz, Unterstützung und Ausbildung für weibliche Flüchtlinge und vertriebene Frauen.
6) Unterstützung für Frauen in den Kolonien und nicht-autonomen Gebieten.

Leider haben Frauen nicht allzuviel Gelegenheit, sich einzumischen: so fiel der Kriegsberichterstattung des "profil" die wöchentliche Elfriede Hammer.-Kolumne zum Opfer. Sie hätte also nichts dazu zu sagen gehabt? Oder hätte es nicht in die doch recht einförmige Linie des Blattes in solchen Zeiten gepasst?!

Text: Alexandra Bader

Weitere Infos:
http://www.latimes.com/news/nationworld/nation/la-092701limits.story - Bush soll auf der Suche nach Verbündeteten nicht zu weit gehen. warnen Kritiker
http://www.antiwar.com/orig/hoffman1.html - Text einer Überlebenden aus dem WTC, die sich gegen Krieg ausspricht
http://www.iht.com/articles/33945.htm - Uneinigkeit der US-Regierung über Beweise gegen Bin Laden verzögert die Weitergabe an die NATO
http://www.jungewelt.de/2001/09-28/001.php - hat Feind Nr.2 Saddam Hussein die Atombombe?
http://www.commondreams.org/headlines01/0927-02.htm - Warum amerikanische NGOs so still geworden sind
http://sg.news.yahoo.com/010927/1/1ite0.html - für Silvio Berlusconi ist der Westen dem Orient überlegen
http://www.newyorker.com/FROM_THE_ARCHIVE/ARCHIVES/?010917fr_archive07 - The real Bin Laden
http://www.commondreams.org/views01/0927-07.htm - Wer wird diesen Krieg bezahlen und wer wird profitieren?
http://www.timesofindia.com/articleshow.asp?art_id=1294339333 - Powell triumphiert über die "Falken" im Weissen Haus
http://dailynews.yahoo.com/h/nm/20010927/wl/attack_afghan_dc_53.html - die Taliban begrüssen Jesse Jacksons Vermittlungsangebot
http://rawa.fancymarketing.net - The Revolutionary Association of the Women of Afghanistan (RAWA)
http://frauennews.de/archiv/texte01/rawa.htm - Frauennews zu Frauen in Afghanistan

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