(8.7.2009) Bis Ende Oktober gibt es im Frauenmuseum in Hittisau eine Ausstellung über die Nachlässe von Frauen zu sehen, die in Kooperation mit der Sammlung Frauennachlässe an der Universität Wien zusammengestellt wurde:
Nachlässe, das was Menschen an Persönlichem, Individuellem hinterlassen haben, geben Einblick in private Lebensgeschichten und spiegeln gleichzeitig alltags- und sozialgeschichtliche Zusammenhänge wider. Tatsache ist, dass Nachlässe von Frauen meist seltener als überlieferungswürdig erachtet wurden als jene von Männern. Dokumente zu weiblichen Alltags- und Lebensverhältnissen sind schwer zu finden und wurden kaum archiviert.
Dieser Tatsache wirkt die „Sammlung Frauennachlässe“ am Institut für Geschichte der Universität Wien entgegen, die seit 1991 aufgebaut wird. Sie ist Teil der von Edith Saurer geleiteten Forschungsplattform „Neuverortung der Frauen- und Geschlechtergeschichte im veränderten europäischen Kontext“.
Die Sammlung Frauennachlässe dokumentiert private Selbstzeugnisse und Fotografien von Frauen und deren Umfeld. Die Nachlässe werden systematisch dokumentiert, ausgewertet, archiviert und wissenschaftlich aufgearbeitet. Sie enthalten die verschiedensten Schriftstücke aus dem 19. und 20. Jahrhundert: von Tagebüchern bis hin zu Haushaltsbüchern und kalendarischen Notizen, von Korrespondenzen bis hin zu amtlichen Dokumenten, Schulheften, literarischen Manuskripten und Fotografien.
Die Ausstellung „Frauennachlässe – Fragmente aus vielen Leben“ im Frauenmuseum stellt die Sammlung erstmals außerhalb des universitären Bereichs vor und ergänzt sie um diverse Exponate und Geschichten aus dem Bregenzerwald und aus Vorarlberg.
So sind etwa die Aufzeichnungen einer Bregenzerwälder Bäuerin über den Einfluss des Mondes auf ihre alltäglichen Tätigkeiten oder die sich über drei Jahrzehnte erstreckenden Geburtenbücher einer Hebamme zu sehen.
Begleitend zur Ausstellung greifen die zeitgenössischen Künstlerinnen Ines Agostinelli, Veronika Dirnhofer und Sunhild Wollwage in ihren Arbeiten zentrale Themen der Ausstellung wie das persönliche und kollektive Erinnern und Dokumentieren auf.
Infos:
Stefania Pitscheider Soraperra
Frauenmuseum
Platz 501
6952 Hittisau
T +43 (0)5513 6209-30
M +43 (0)664 88433 169
Stefania.pitscheider@frauenmuseum.at
www.frauenmuseum.at
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