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Der Ulrichsberg ist zurückgetreten :-)

(27.8.2009) Jahrelang gab es Diskussionen über das Veteranentreffen am Kärntner Ulrichsberg, da es auch jene Person anzieht, die dem Zweiten Weltkrieg und dem Dritten Reich nachtrauern. Nun wurde das diesmal für 20.9. angesetzte Treffen erstmals abgesagt, weil die Teilnahmenbereitschaft und Unterstützung zu bröckeln begann.

Auslöser war, dass das Obmann der Ulrichberggemeinschaft im Internet mit Nazi-Devotionalien handelt. Dies zog den Ausstieg des Bundesheeres und weitere Distanzierungen nach sich. Die Absage wird etwas zwiespältig aufgenommen, zumal ja der problematische (verklärende) Umgang mit der Vergangenheit, den viele Teilnehmer pflegen, nichts Neues ist.

Heuer hätte der Ulrichsberg bzw. die Feier 50 Jahr-Jubiläum gehabt, da die Gedenkstätte 1959 eröffnet wurde (sie besteht unter anderem aus einem riesigen hässlichen Kreuz neben der Ruine einer Kirche). "Heimkehrertreffen" ist auch eine Bezeichnung, da es ja um die Soldaten des Zweiten Weltkriegs ging, ist gleich um die Wehrmacht. Weithin bekannt wurde der Ulrichsberg, als der damalige Landeshauptmann Jörg Haider 1995 kurz vor Nationalratswahlen Veteranen bei einer Veranstaltung vor dem Treffen als anständig und ihrer Gesinnung treu lobte.

Da hiermit die Treue zu Adolf Hitler gemeint war, löste Haider einen Sturm der Entrüstung aus. Auch vorher hat es wohl kaum Grund gegeben, die Feier in irgendeiner Weise zu unterstützen, da das einzig legitime Gedenken eines ist, das den Opfern und nicht den Soldaten gilt. Es mag unter diesen auch viele Opfer gegeben haben, aber sie waren erstens nicht wehrlos und zweitens direkt und indirekt (durch ihre Präsenz, die das Wüten anderer Verbrechertruppen ermöglichte) an den Verbrechen des Dritten Reichs beteiligt.

Man kann (und soll) in KZ-Gedenkstätten und vor Mahnmalen Feiern abhalten, es darf aber in keiner Weise sonst praktiziertes Soldatentum (als Verteidigen der Heimat unter Einsatz des eigenen Lebens) mit einem Verbrecherkrieg in Verbindung gebracht werden. Soldaten (und alle anderen Menschen) sind daher dort genau richtig, wo es um die Opfer geht und wo sich niemand hinverirrt, bei dem gewisse Wehmut mitschwingen mag, weil alles angebllch doch nicht so schlecht war.

Infos:
www.u-berg.at (Antifa-Seite)
Bericht des Standard

PS vom 4.9. 2009: Inzwischen ist der Obmann der Ulrichsberggemeinschaft zurückgetreten...es sieht (zum Glück) nicht so aus, als ob nochmal etwas am Berg veranstaltet wird, denn man müsste gebrechliche BesucherInnen ohne Unterstützung des Bundesheers transportieren...

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