(4.9.2009) In der gerade aufgeflammten Diskussion über Schwangerschaftsabbruch (siehe Links am Ende des Textes) gibt es nun auch ein Statement der Frauengesundheitszentren, ausgeschickt vom Frauengesundheitszentrum Kärnten:
Stellungnahme des Netzwerks österreichischer Frauengesundheitszentren, September 2009 Schwangerschaftsabbruch zwischen Recht und Praxis
Das Netzwerk der österreichischen Frauengesundheitszentren unterstützt die geltende gesetzliche Regelung zum Schwangerschaftsabbruch und fordert eine frauengerechte Umsetzung.
Wird dieses Recht eingeschränkt oder erschwert, ist das der Frauengesundheit abträglich, sind sich die Leiterinnen der sieben Frauengesundheitszentren einig. Seit 1975 ermöglicht ein Gesetz die alleinige Entscheidungsfreiheit der Frau über einen Schwangerschaftsabbruch. Die österreichische Praxis des Schwangerschaftsabbruches aber ist gekennzeichnet durch ein gesellschaftlich ablehnendes Klima, unzureichende Informations- und Zugangsmöglichkeiten, hohe Preise und fehlende Qualitätsstandards.
Durch diese Ausgangssituation können Frauen sich nicht ausreichend informieren, geschweige denn, Leistungen unter den ärztlichen AnbieterInnen vergleichen. Mängel bleiben verborgen und bestehen mitunter lange Zeit fort. Hohe Preise können gefordert werden. Selbstregulierung nach Preis und Qualität gibt es in Österreich nicht. Mangelhafte Information macht die Suche nach Möglichkeiten für einen Schwangerschaftsabbruch schwierig.
Frauen haben das Recht auf - und das ist als Qualitätssicherung anzusehen:
· Unterstützung, Respekt und Anerkennung für ihre Entscheidung für oder gegen eine Schwangerschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt
· freien Zugang zu legalen, medizinisch einwandfreien Einrichtungen, die nach internationalen Qualitätsstandards arbeiten
· eine öffentlich zugängliche, sachliche Information durch unabhängige Beratungsstellen und Frauengesundheitszentren
· kompetente Sexualpädagogik, geschlechtsspezifisch, innerhalb und außerhalb der Schulen
· leichten und kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln
Das Netzwerk der österreichischen Frauengesundheitszentren ist der Auffassung, dass es nach über vierunddreißig Jahren jetzt an der Zeit ist, die gesetzlichen Möglichkeiten frauengerecht umzusetzen. Damit Frauen überall in Österreich tatsächlich selbstbestimmt über ihre Körperlichkeit und ihre Lebensperspektiven entscheiden können.
ARGE der österreichischen Frauengesundheitszentren:
Frauengesundheitszentrum FEM • 1180 Wien, Bastiengasse 36-38 • Tel: 01/476 15-57 71 • Fax: 01/476 15 - 57 79
Frauengesundheitszentrum FEM Süd • 1100 Wien, Kundratstraße 3 • Tel: 01/6 01 91-52 01• Fax: 01/6 01 91 - 5209
Frauengesundheitszentrum • 8010 Graz, Joanneumring 3 • Tel: 0316/ 83 79 98 • Fax: 0316/ 83 79 98 - 25
Frauengesundheitszentrum ISIS • 5020 Salzburg, Alpenstraße 48 • Tel: 0 662/44 22 55 • Fax: 0 662/44 22 55 - 50
FGZ Kärnten GmbH • 9500 Villach, Völkendorfer Straße 23 • Tel: 04242/ 53 055 • Fax: 0424/ 53 055 -15
Linzer Frauengesundheitszentrum • 4020 Linz, Kaplanhofstraße 1 • Tel: 0732/ 77 44 60 • Fax: 0732/ 77 44 60 - 60
Frauengesundheitszentrum Wels • 4600 Wels, Kaiser-Josef-Platz 52, 1.Stock • Tel: 07242/ 35 16 86 – 18 oder 19 • Fax: 07242/ 35 16 86 – 22
Infos:
Frauengesundheitszentrum Kärnten
Völkendorfer Straße 23
9500 Villach
Regina Steinhauser
fgz.steinhauser@fgz-kaernten.at
www.fgz-kaernten.at
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