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Nordkorea wird in einer Ausstellung in Kärnten gehuldigt

(9.10.2009) Der Fotograf Wolfgang Bogner bereiste Nordkorea und stellt seine Aufnahmen zweimal in Kärnten aus, ab 21.10. in der Galerie im Landhaus und dann ab 27.10. in Villach. Wie die Screenshots zeigen, wird die Ausstellung so beworben (auch per Folder):  „Nordkorea – Fernöstliche Faszination mit starkem Nationalbewusstsein und Heimattreue … keine Ausländer … keine Asylanten.“

Landtagspräsident Josef Lobnig (BZÖ), für das Landhaus verantwortlich, meint zur Ausstellung:  "Bogner versucht zu dokumentieren, dass diese Lügenpropaganda nicht stimmt, dass das Land frei ist, dass die Menschen dort nicht in Armut leben und ihre Kultur leben dürfen". Das behaupten auch Propagandavideos auf Youtube, die man unweigerlich auch findet, wenn man sich in Sachen Fiktion Pyongyang schlau macht (Kreative aus aller Welt wurden von einem italienischen Architekturmagazin aufgefordert, einen pyramidenförmigen Hotelrohbau in der Hauptstadt Nordkoreas zu verschönern).

Entsetzt ist klarerweise der Kärntner SPÖ-Chef Reinhard Rohr: "Die Aussagen Bogners spiegeln die Geisteshaltung Lobnigs zu 100 Prozent wieder." Er wirft Lobnig auch vor, der Verherrlichung totalitärer Regime die Tore des Landhauses zu öffnen. Immerhin ist die Landhausgalerie in der Selbstbeschreibung explizit nichtkommerziell,  sodass sie wohl einen Kultur- und Bildungsauftrag des Landes widerspiegelt. Andererseits wurde jedoch bei der Verleihung des "Europäischen Bürgerpreises" an die Kärntner Konsensgruppe Anfang Juli dem Vizepräsident des EU-Parlaments, Miguel Angel Martinez, die Überreichung des Preises im Wappensaal des Landtages verweigert.


Nun wird im Landhaus und danach in Villach eine Ausstellung gezeigt, zu der mit Bildern fröhlicher, gut gekleideter Menschen eingeladen wird, die unser Bild von Nordkorea korrigieren sollen. Von der APA befragt, wie man den Folder und die Illustrationen verstehen soll, meint Bogner: "Das sind alles Fakten. In Nordkorea gibt es bis auf eine winzige chinesische Minderheit keine Ausländer, somit auch keine Asylanten." Er habe "im ganzen Land niemanden hungern" sehen. Auch abseits der Hauptstadt soll Nordkorea ganz anders sein als wird es uns vorstellen:  "man sieht keinerlei Gesindel in den Straßen, keine Arbeitslosen, keine Bettler oder Betrunkene". Passenderweise wird jetzt eine Jörg Haider-Gedächtnisausstellung eröffnet, die uns daran erinnern sollte (auch wenn das wohl kaum vorkommen wird), wie seine Partei Wahlkämpfe führte. Dass sie etwa Graz bei den Gemeinderatswahlen 2008 von Menschen "säubern" wollte, fügt sich doch sehr gut zu Bogners Ansichten.


Screenshot Kulturchannel mit Kulturreferent Dobernig

Neben Landtagspräsident Lobnig kommt auch Kulturreferent Dobernig ins Spiel, der ja für den Kärntner Kulturchannel verantwortlich zeichnet, wo Bogners Propaganda gegen "Asylanten und Ausländer" kommentarlos gebracht wird. Die beiden Herren haben übrigens slowenische Nachnamen, sind aber sicher damit einverstanden, dass zweisprachige Ortstafeln wenn, dann nur heimlich aufgestellt werden:  Um 4.30 Uhr früh zogen Mitarbeiter der Landesstraßenabteilung von Klagenfurt los, um in Eisenkappel die zweisprachige Ortstafel 'Vellach/Bela'  zu errichten. Was für ein Gegensatz! Wenn Jörg Haider und Gerhard Dörfler eine zweisprachige Ortstafel nicht aufgestellt haben, dann war das jedes Mal ein Medienspektakel. Doch wenn wirklich ein neues Ortsschild eingesetzt wird, dann am besten unter Ausschluss der Öffentlichkeit."

Infos:
http://www.wolfgang-bogner.at/ (auf seiner Webseite ist nichts zur Ausstellung)
Bericht im Villacher Tag
Bericht der Kleinen Zeitung
Blog Lindwurm

PS vom Juni 2010: Nun gibt es auch Propagandabilder aus Nordkorea in einer Ausstellung, allerdings im < MAK in Wien.

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