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| ArbeitnehmerInnen bewerten ArbeitgeberInnen |
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(20.2.2009) Die Internet-Plattform Kununu macht Furore - Kununu stammt aus dem Suaheli und steht für "unbeschriebenes Blatt", was hier für jene Firmen steht, die noch nicht zu den derzeit 12000 gehören, die auf der Webseite von aktiven wie ehemaligen ArbeitnehmerInnen bewertet werden. Täglich kommen etwa 100 neue Bewertungen hinzu, meint Kununu-Mitarbeiterin Carolin Horn, wobei es sich um bereits vorhandene, aber auch neu von den UserInnen eingetragene Firmen handelt. Die Webseite ist nicht nur ansprechend gestaltet, sondern auch sehr gut zu bedienen, da man sofort in die grundlegenden Features eingeführt wird.
ArbeitnehmerInnen können ihre Firmen entweder sehr rasch mit wenigen Fragen bewerten oder eingehender nach 36 Kriterien und auch einen Kommentar abgeben. Da Kununu keine "Hetzplattform" sein will, sind bei schlechter Bewertung keine Kommentare möglich, wohl aber Verbesserungsvorschläge, wie Horn erklärt. Ebenso werden bei der Skala von 0 bis 5 Extreme vermieden, da man weder eine 0 noch eine 5 vergeben kann. Die Werte sind auch so aussagekräftig, wobei sich manches wie ein roter Faden durch die Gesamtzahl der vertretenen Firmen zieht. Die Chefs und Chefinnen kommen insgesamt auf keine hohen Durchschnittswerte, ebenso hapert es in vielen Unternehmen mit der internen Kommunikation.
Corporate Social Responsibility kommt auf 2,8, was der teils mangelnden Bewusstheit für Umwelt- und Sozialfragen entspricht. Zugleich fördert Kununu aber wie bei allen anderen Kriterien das Nachdenken über Ressourcenverbrauch, Energiesparen und das Verwenden von Fair Trade-Produkten, in dem diese Unterpunkte abgefragt werden. Gleichberechtigung kommt auf 3,2 und ist in Chancengleichheit beim Aufstieg, gutem Ansehen von Arbeitnehmerinnen und ausbleibender Benachteiligung von Wiedereinsteigerinnen gegliedert. Wenn man sich manche Firmenbewertungen ansieht, wird deutlich, dass die Kriterien oft recht unterschiedlich erfüllt werden, also ein nicht so tolles Arbeitsklima damit einhergehen kann, dass Frauen nicht benachteiligt werden.
Generell wird bemängelt, weiss Carolin Horn, dass Unternehmen sehr oft bei der Weiterbildung sparen. Auf Kununu wird seitens der ArbeitgeberInnen ganz unterschiedlich reagiert. Für manche ist die Plattform eher ein rotes Tuch, während sich andere darauf einstellen und sie auch im Arbeitgeber-Bereich zur Kommunikation mit potenziellen neuen MitarbeiterInnen nutzen. Firmen können sich dort mit Video, Fotos und Stellenanzeigen präsentieren. Außerdem können sie auf Kommentare reagieren, etwa wenn vorgeschlagen wird, doch mehr Grünpflanzen aufzustellen. Hier und in anderen Punkten zu kommunizieren, wirkt sich positiv auf das Image aus.
Web 2.0 ist nicht aufzuhalten, meint Horn, auch wenn ihr klar ist, dass manche Unternehmen einer Kommunikation mit MitarbeiterInnen auf Augenhöhe sehr reserviert gegenüberstehen. Diese Betriebe sind dann aber auch kaum imstande, das volle Potenzial ihrer Angestellten zu nutzen, die mehr sein wollen als nur BefehlsempfängerInnen. Wenn man sich aber ansieht, welche Firmen sich auf Kununu vorstellen, dann wird doch immer mehr erkannt, wie man heute mit Menschen umgehen muss, die sich im Beruf auch verwirklichen wollen. Skepsis gegenüber gleichberechtigter Kommunikation via Internet ist übrigens nicht nur Markenzeichen einiger Firmen, auch Parteien sind (meiner Erfahrung nach) nicht bereit, die Möglichkeiten des Web voll auszuschöpfen, da dies tradierte hierarchische Entscheidungsprozesse durcheinander bringt.
Wahrscheinlich müssten Parteien sich, ihre Inhalte und ihr Personal auch anonym bewerten lassen, von einfachen Mitgliedern und von WählerInnen - Kununu kann hier jedenfalls als Anregung dienen. In der Welt der Privatwirtschaft ist die Plattform jedenfalls ein Faktor geworden, dessen Bedeutung auch dadurch zunimmt, dass die UserInnen täglich Neues hinzufügen. Zu den Features gehört übrigens auch ein Forum, in dem sich die UserInnen austauschen können, wo Wünsche an den Arbeitsplatz ebenso Thema sind wie Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit. Immerhin besteht auch die Chance, über die von manchen Betrieben sehr intensiv genutzten Stellenanzeigen einen Job zu finden.
Alexandra Bader
Infos:
kununu GmbH
Franz Josefs Kai 65 Top 15
A - 1010 Wien
Tel. +43 (1) 236 73 59
Fax. +43 1 253 30 33 2403
Mail. office@kununu.com
www.kununu.com
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