Eine Faktensammlung - und warum Regierungsstudien zur Uranmunition oft Gefälligkeitsarbeiten sind
von Frieder Wagner, Journalist und Filmemacher ("Todesstaub") in Köln
Einleitung
Immer wieder wurden Beiträge von Wissenschaftlern, Ärzten und Journalisten über die furchtbaren Folgen des Einsatzes von Uranmunition mit der Bemerkung abgetan: "Das sei alles nicht bewiesen", oder: bestimmte Aussagen von Wissenschaftlern seien „nicht verifiziert“. Deshalb wurden hier die wichtigsten Erkenntnisse über Uranmunition und die Folgen zusammengetragen und mit den entsprechenden Quellenangaben versehen. Diese Beweissammlung soll Politikern helfen in ihren Parlamenten Untersuchungen und Kommissionen einzusetzen, um Betroffenen endlich durch entsprechende Gesetze zu helfen oder sie oder ihre Angehörigen womöglich zu entschädigen. Denn anhand dieser Beweissammlung wird sich eindeutig herausstellen, dass die Anwendung dieser Waffe für Mensch und Natur höchst gefährlich und dazu ein Kriegsverbrechen ist.
An den Anfang möchte ich eine Aussage des amerikanische Wissenschaftlers, Dr. John W. Gofman stellen. Gofman hat an der Entwicklung der ersten Atombombe mitgearbeitet und war auch Mediziner (Kardiologe). Nachdem er die verheerende Problematik der niedrigen Alpha-Strahlung erkannt hatte, schrieb er 1979 - also lange bevor bei uns die Diskussion über Uranmunition losging - seinen damaligen Fachkollegen: "Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass ich nicht früher Alarm geschlagen habe über die schrecklichen Auswirkungen der niedrigen radioaktiven Alpha-Strahlung. Ich denke, dass mindestens 100 Wissenschaftler, die sich mit den biomedizinischen Aspekten der Niedrigstrahlung beschäftigt haben - mich, Gofman, eingeschlossen - Kandidaten für ein Nürnberg ähnliches Gericht sind, da sie mit ihrer großen Nachlässigkeit und Verantwortungslosigkeit Verbrechen gegen die Menscheit begangen haben. Denn jetzt, wo die Gefahren niedriger Strahlung bekannt sind, ist dies nicht mehr nur ein Experiment, das wir gemacht haben, sondern Mord." (Quelle: Zitat aus dem Buch von John W. Gofman, 1990: "Radiation Induced Cancer from Low-Dose Exposures" und in einem offenen Brief von 1979 an Fachkollegen und: Letter of Concern, May 11, 1999 - University of California,
Berkeley).
1. Was ist Uranmunition und wie wirkt sie?
Ein Geschoss soll ein Ziel zerstören. Enthält das Geschoss, wie die Uran-Munition, keinen Sprengstoff, beruht seine zerstörerische Wirkung (seine Durchschlagskraft) allein auf seiner Bewegungsenergie (kinetische Energie).
Die ist umso größer, je größer die Masse und die Geschwindigkeit des Geschosses sind. Um bei gleicher Geschossgröße (gleichem Kaliber) eine möglichst große Masse zu erreichen, muss man das Geschoss aus einem Material mit möglichst großer Dichte herstellen. Solch ein Material ist z.B. abgereichertes Uran, U 238, englisch: Depleted Uranium kurz: DU, dessen Dichte ca. 70 % größer ist als die von Blei.
Trifft ein Uran-Geschoss auf ein Ziel wie z. B. einen Panzer, wird die Bewegungsenergie des Geschosses zum überwiegenden Teil in Wärmeenergie umgewandelt. Dies führt zu großer Hitzeentwicklung und einem Abrieb am Geschoss. Neben der mechanischen Zerstörung in der Umgebung des Treffers durch die Durchschlagskraft (Penetration, daher der englische Begriff „penetrator“) des Geschosses geraten zuerst der Abrieb des Geschosses, dann der Treibstoff und die Munition des Panzers in Brand und der Panzer wird zerstört. Die beim Einschlag entstehenden Temperaturen und Kräfte sind so hoch, dass das Geschoss schmilzt und zum großen Teil zerstäubt. Der entstehende Uranstaub entzündet sich aufgrund seiner pyrophoren Eigenschaft bei Reibungshitze (1000 bis 5000 Grad Celsius) von selbst und löst so den
Zerstörungseffekt des Geschosses aus.
Damit ist das erwünschte militärische Ziel des Geschosses erreicht. Uran-Geschosse hinterlassen aber noch einen Nebeneffekt. Durch das Schmelzen, Zerstäuben und Entzünden des Urans entstehen Uranpartikel und Uranoxide, die als Schwebeteilchen (Aerosole) und Stäube in Nanogröße (hundert Mal kleiner als ein rotes Blutkörperchen) in die Umgebungsluft gelangen. Menschen, die sich zum Beispiel am Ort der so explodierenden Panzer oder in der Nähe aufhalten, atmen diese Teilchen und Stäube ein oder nehmen sie mit der Nahrung auf. Allerdings können diese feinen Uranstäube mit dem Wind auch in weiter entfernte Regionen getragen werden. Da Uran immer radioaktiv ist (Halbwertszeit 4,5 Milliarden Jahre), sind es auch die Aerosole und Stäube.
Folglich sind die betroffenen Menschen neben der chemischen Belastung durch das hochgiftige Schwermetall Uran einer zusätzlichen Belastung durch radioaktive Strahlung ausgesetzt, wenn sie diese Stäube einatmen oder mit der Nahrung aufnehmen. Beides kann je nach aufgenommener Uran-Menge zu einer schweren Erkrankung (Krebs, Leukämie) oder gar zum Tod führen. Der Medizinphysiker Dr. Paul Roth vom "Institut für Strahlenschutz" im Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) bei München bringt es auf den Punkt warum die Militärs von der Uranmunition so angetan sind: "Dieser doppelte Effekt der Munition, diese hohe Durchdringungsfähigkeit und diese Fähigkeit zu verbrennen, die macht diese Munition bei den Militärs so beliebt."
Und er weiß auch, warum die Atomkraftwerke dieses Abfallprodukt, dessen sichere Lagerung und Bewachung sehr viel Geld kostet, den Militärs diesen "Atommüll" so gerne überlassen: "Das abgereicherte Uran ist ein Abfallprodukt und es gibt sehr intensive Überlegungen wie man die inzwischen sehr großen Bestände an abgereichertem Uran, die auf der Welt vorhanden sind, das sind in der Größenordnung von einer Million Tonnen und werden täglich mehr, wie man
dieses Uran sozusagen wieder entsorgen kann."
(Quelle: HYPERLINK und Kinodokumentation "Deadly Dust - Todesstaub" 2006 von Frieder Wagner, Köln.)
2. Erkenntnisse des schlichten Nachdenkens.
Überall da, wo Uranmunition eingesetzt wurde, stiegen die Fälle von aggressiven Krebserkrankungen schlagartig an. Hier einige Beispiele, die nachdenklich machen sollten: Als die alliierten Streitkräfte 1994/95 im Bosnienkrieg die Stadt Hadzici, 12 Kilometer von Sarajevo entfernt, mit GBU 28 Uranbomben angriffen, ahnten die Serben, dass die Bevölkerung durch die Bombardierung womöglich, durch das Einatmen des entstandenen "Bombenrauch-Gases", einer Kontamination ausgesetzt sein könnte und siedelten 3500 Einwohner der Stadt in die nicht gefährdete Bergregion von Bratunac um. Aber es war zu spät, denn viele Menschen waren schon verseucht. Von den 3500 Evakuierten starben in den nächsten 5 Jahren 1112 an aggressiven Krebserkrankungen und Leukämien, das heißt, fast ein Drittel der Umgesiedelten. Unter der eigentlichen Bevölkerung von Bratunac gab es dagegen keinen Anstieg solcher Krebserkrankungen. (Quelle: Film "Deadly Dust - Todesstaub" von Frieder Wagner, Köln 2006 und Robert Fisk in brit.Tageszeitung Independent: "Died of Depleted Uranium", 13. 01. 2001).
Eine ähnlich erschreckende Beobachtung machten die Ärzte im Krankenhaus von Kosovska Mitrovica in einer klinischen Untersuchung, die sie an 30.000 Patienten im Zeitraum von 1997 bis 2000 durchführten, also zwei Jahre vor dem Kosovokrieg 1999 bis zwei Jahre danach. Während in der Vorkriegszeit die Zahl der malignen Erkrankungen, laut dieser Studie mit 1,98% beziffert wird, stieg sie im ersten Nachkriegsjahr schon auf 5,45% an. Noch erschreckender ist der Anstieg bei den Lungenkrebserkrankungen. Hier verzeichnete man 1997 noch 2,6% Erkrankte, im Jahr 2000 dann aber einen Anstieg auf 22,0%! Die am höchsten betroffene Bevölkerung ist dabei die der 30-40-Jährigen, die als Soldaten im Kosovokrieg in der Region Pec eingesetzt waren, wo in diesem Krieg von den Alliierten 10 Tonnen Uranmunition eingesetzt worden sind.
In der Schlussfolgerung heißt es in der Studie: "Auf Grund dieser Erforschung haben wir, nach dem Einsatz dieser Munition, den bedeutenden Anstieg maligner Erkrankungen bewiesen, mit steigender Tendenz in den kommenden Jahren, so dass mindestens einmal im Jahr eine systematische Untersuchung der Bevölkerung, mit dem Akzent auf Teilnehmer des letzten Krieges, empfohlen wird." (Quelle: Material aus Film "Deadly Dust", 2006 und Studie: Dr. N. Srbljak, Dr. S. Milenkovic, Dr. M. Cvetkovic, Innere- und Anestesiologische Abteilung des Krankenhauses Kosovska-Mitrovica, 2000. Diese Studie liegt dem Verfasser in Kopie vor.)
Am 04.05.2004 meldete die New York Daily News, dass sie wahllos neun von der New York Army National Guard gerade heimkehrenden Soldaten aus dem Irak, in einem Urintest auf eine Kontamination durch Depleted Uranium habe testen lassen. Das Ergebnis: Von den neun heimgekehrten Soldaten hatten sich vier eindeutig kontaminiert. Die Tests waren am Mineralogischen Institut der Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main durchgeführt worden. Der ausführende Wissenschaftler war Dr. Axel Gerdes, Zitat: "Bei ungefähr der Hälfte, bei 40 Prozent der Soldaten, konnten wir nachweisen, dass sie ein abgereichertes Uran ausscheiden. Wir konnten nachweisen, dass 30-40 Prozent von ihnen kontaminiert sind." (Quelle: New York Daily News: "Poisoned?"vom 03.04.04 und Film: "Deadly Dust", 2006)
3. Feststellung der Schädlichkeit von Uranmunition durch ein deutsches Gericht
Der Arzt Prof. Dr. Siegwart-Horst Günther hatte 1992 ein solches Urangeschoss nach dem Golfkrieg 1991 von den Schlachtfeldern des Irak, südlich von Basra, nach Berlin mitgebracht, um es untersuchen zu lassen, weil er befürchtete, dass es womöglich radioaktiv sei. Diese Geschosse hatten seine Aufmerksamkeit im Irak erregt, weil Kinder nach dem Spielen mit dieser Munition an Leukämie erkrankt und gestorben waren. Laut einem Strafbefehl des Amtsgerichts Berlin-Tiergarten, wurde unter dem Aktenzeichen 331 Cs 440/92 Umw. Prof. Dr. Günther danach am 15.01.93 zu einer Geldstrafe in Höhe von 3000,-- DM verurteilt, weil er ein 30mm Urangeschoss in die BRD eingeführt hatte, um es in der nuklearmedizinschen Abteilung des Rudolf-Virchow-Krankenhauses auf seine mögliche Schädlickeit
untersuchen zu lassen.
Damit hätte er aber die Allgemeinheit durch die ionisierende Strahlung des Geschosses gefährdet. In der Begründung zu der Geldstrafe steht, was ein Gutachter des "Hahn-Meitner-Institut Berlin" im Auftrag des Gerichts festgestellt hat: "Bei Berührung (des Geschosses) entsteht ein radioaktiver Abrieb und bei falschem Umgang mit dem Projektil die Gefahr der Kontamination und Inkorporation radioaktiven Materials in den menschlichen Körper, was zu einer Gesundheitsgefährdung führen kann. Die radioaktive Dosisleistung an der Oberfläche des Projektils beträgt ca. 11 MikroSievert pro Stunde." In dem Kinodokumentarfilm DEADLY DUST von Frieder Wagner wurde dieser Gutachter, Dipl.Ing. Hermann Josef Jung, befragt, was das bedeutet. Er sagte in die laufende Kamera: "Wir haben als Gutachter festgestellt es (das Geschoss) ist Uran, und zwar abgereichertes Uran. Uran ist ein Schwermetall. Die Aufnahme in den
Körper, die Wirkung im Körper ist in jedem Falle schädlich."
Ein deutsches Gericht hat also im Januar 1993 eindeutigt festgestellt, dass ein solches Urangeschoss, für die Gesundheit eines Menschen schädlich sein kann, weil es radioaktiv und als Schwermetall dazu hoch giftig ist, wohlgemerkt im Januar 1993, zu einer Zeit, als die Alliierten, die diese Munition erstmals im Irakkrieg 1991 eingesetzt hatten, noch behaupteten, dass diese Munition gar kein Uran enthält. Das gaben sie erst im Bosnienkrieg 1995 zu, sagten nun aber, diese Munition und Bomben aus Depleted Uranium seien vollkommen ungefährlich! (Quelle: Amtsgericht Berlin-Tiergarten Az.: 331 Cs 440/92 Umw. 1993 und Dokumentarfilm "Deadly Dust" 2006)
4. Was haben Wissenschaftler über Urangeschosse herausgefunden und warum halten sie diese für gefährliche Krankheitsauslöser?
1.) Dem Arzt Dr. Siegwart-Horst Günther, der damals Professor für Infektionskrankheiten und Epidemiologe war, sind nach dem Golfkrieg 1991 in Bagdad und Basra bei Untersuchungen seiner Kinderpatienten Krankheitsbilder aufgefallen, die er in den 40 Jahren seiner Arbeiten im Nahen Osten so noch nie gesehen hatte. Er befürchtete dass diese Krankheiten in direktem zu der in diesem Krieg eingesetzten Munition der Alliierten stehen könnten. Schon damals diagnostizierte er bei seinen kleinen Patienten, die meistens alle sehr schnell starben, folgende Auffäligkeiten:
1. einen Zusammenbruch des Immunsystems mit ansteigenden Infektions-
krankheiten
2. Aids ähnliche Erscheinungen besonders bei kleinen Kindern
3. schwere Funktionstörungen von Nieren und Leber
4. aggressive Leukämien und andere Krebserkrankungen und Störungen im
Knochenmark
5. genetische Defekte und Missbildungen, sowie Aborte und Frühgeburten bei
Schwangeren wie nach der Tschernobyl-Katstrophe
Professor Günther befürchtete, dass die eingesetzte Munition radioaktiv und hoch giftig ist, was ja ein deutsches Gericht dann auch im Januar 1993 bestätigt hatte, und so ein Kriegsverbrechen stattgefunden hat, von der Dimension des chemischen Kampfgiftes "Agent Orange" im Vietnamkrieg. Prof. Günther publizierte seine Diagnosen in verschiedenen Zeitungen, zuerst im "Neuen Deutschland" weil andere Zeitungen damals noch nicht den Mut und das Verständnis hatten darüber zu berichten. (Quelle: Neues Deutschland v.28.10.91, Dziennik Polski v. 31.10.91, Neues Deutschland v. 3.4. u. 16.7.92 und Dokumentarfilm "Deadly Dust"2006)
2.) Die Biologin Dr. Rosalie Bertell ist weltweit anerkannt als Expertin für biostatistische und epidemiologische Studien zur Erfassung von Gesundheitsrisiken, insbesondere durch Radioaktivität. Sie hat viele Regierungen bei atomaren Risikofolgenabschätzungen beraten, auch die Bundesrepublik Deutschland bei einer Analyse zum Schnellen Brüter in Kalkar. Sie veröffentlichte zu DU und dem Golf-Kriegs-Syndrom folgendes: "Die Belastung durch ionisierende Strahlung umfasste im Golfkrieg 1991 – zusätzlich zu der durch DU – auch noch Strahlung, die von radioaktiven Abfällen ausging, die von der Bombardierung des Experimentalkernreaktors und der Lager für verbrauchte Brennstoffe des Iraks herrührte. Hinzu kam Strahlung aus den Doha-Explosionen und dem 6 Tage dauernden Feuer, das die DU-Geschosse zerstörte, die im US-Militärdepot nahe der kuwaitischen Grenze lagerten. Alle diese verschiedenen Strahlenquellen unterschiedlicher Stärke, denen das militärische und zivile Personal ausgesetzt war, können nicht durch eine einzelne Strahlendosis beschrieben werden. All diese Strahlenbelastungen wirken kumulativ.
Feinverteiltes abgereichertes Uran ist an der Luft entzündlich. Wenn es der Luftreibung ausgesetzt wird oder auf ein hartes Ziel trifft, bildet sich spontan ein unsichtbarer Nebel aus Metalloxiden (oft Aerosol genannt). Wenn sie eingeatmet werden, können diese Nanopartikel (hundert mal kleiner als ein rotes Blutkörperchen) die Lungen-Blut-Schranke überwinden, in Zellen eindringen und die maximale Gewebedosis abgeben (nämlich die Kontaktdosis eines Partikels mit maximalem Verhältnis von Oberfläche zu Volumen und wenig Eigenabschirmung) und damit freie Radikale und oxidativen Stress innerhalb von Zellen erzeugen. Einige Wissenschafter sind der Ansicht, dass der oxidative Stress durch die Schwermetalleigenschaft des Urans noch zerstörerischer wirkt als seine Strahlenwirkung. Der oxidative Stress führt insgesamt zum Versagen der Schutzenzyme, wodurch die Zellen anfällig gegen Viren und Mykoplasmen werden. Die Beschädigung des zellulären Kommunikationssystems und der Mitochondrien, das Ersetzen von Magnesium durch Schwermetall in Molekülen, die gewöhnlich als Antoxidantien wirken, und die Zerstörung der Reperaturmechanismen des
Körpers haben schwere Auswirkungen bis hin zu chronischen Krankheiten und zur Entstehung von Tumoren.
Hierbei sind einige Zellmechanismen von besonderem Interesse. Zum Beispiel muss ein Protein, nachdem es von der DNA abgelesen und mit Hilfe der RNA synthetisiert wurde, einem Faltungsprozess unterzogen werden. (Conn, P. M., and Janovick, J. A. A new understanding of protein mutation folds. Am. Sci. 93:314–321, 2005.) Falsch gefaltete Proteine können unter Umständen nicht mehr zur Zellmembran transportiert werden oder zu einer Drüse, wo sie als Hormone zur Freisetzung von biochemischen Signalmolekülen nötig sind. Krankheiten, die von fehlgeleiteten Proteinen verursacht werden, sind zum Beispiel zystische Fibrose, Diabetes Insipidus und Krebs. (Castro-Fernandez, C., Maya-Nunez, G., and Conn, P. M. Beyond the signaling sequence: Protein routing in health and disease. Endocr. Rev. 26(3), 2005)
Es gibt keinen Zweifel an der Fähigkeit der Radioaktivität, Krebs zu erzeugen und auch denjenigen Krebs zu fördern, der durch andere Karzinogene erzeugt worden ist. Die Arbeit von Peter Nowell (Nowell, P. The clonal evolution of tumor cell populations. Science, October 1976) ist vor kurzem durch Forschungen erweitert worden, die eine durch Radioaktivität erzeugte genetische Instabilität aufzeigen. Gemäss W. F. Morgan und Kollegen wird «der Verlust der Stabilität des Genoms als einer der wichtigsten Aspekte der Karzinogenese angesehen». Das radiobiologische Forschungsinstitut der Armee hat inzwischen auch zugegeben, dass DU Krebs verursachen kann. (Miller, A. C., et al. Observation of radiation-specific damage in human cells exposed to depleted uranium: Dicentric frequency and neoplastic transformation as endpoints. Radiol. Protection Dosimetry 99(1–4):275–278, 2002)
Miller und Kollegen haben auch herausgefunden, dass kleinste Mengen von DU, die zu klein sind, um giftig zu sein, und nur schwach radioaktiv sind, mehr zytogenetische Schäden in den Zellen verursachen, als durch deren Giftigkeit oder Radioaktivität allein erklärt werden könnte. Ihre neuesten Resultate (Miller, A. C., et al. Potential late health effects of depleted uranium and tungsten used in armor-piercing munitions: Comparison of neoplastic transformation and genotoxicity with the known carcinogen nickel. In Proceedings of the International Conference on Low-Level Radiation Injury and Medical Counter-measures, ed. T. M. Blakely et al. Bethesda, MD, November 8–10, 1999; reported in Military Med. 167(2): 120–122, 2002) bestätigen einen vorläufigen Bericht der Royal Society, (Royal Society (U.K.). The Health
Effects of Depleted Uranium Munitions, Parts I and II. London, May 2001 and March 2002) der nahelegt, dass dieGiftigkeit und die Radioaktivität von DU sich in einer unbekannten Art gegenseitig verstärken, und zwar in einem solchen Ausmass, dass 8 mal so viele Zellen als vorausgesagt einen zytogenetischen Schaden erleiden.
Daher könnten in den heute gängigen Theorien die krebserzeugenden und genotoxischen Gesundheitsrisiken von DU massiv unterschätzt worden sein. Von der Atom- und Rüstungsindustrie unabhängige Radiobiologen sind sich heute weitgehend einig, dass das ICRP-Modell (International Commission on Radiological Protection), das auf einem physikalischen Modell aufbaut und für die Berechnung der Strahlendosis und der Dosis-Wirkungs-Beziehung nur schlecht geeignet ist. Man ist sich zunehmend einig, dass man dieses Modell (ICRP-Modell) insbesondere auf Strahlungsquellen im Innern des Körpers, die also aus inkorporierten radioaktiven Nanopartikeln bestehen, nicht anwenden kann. (European committee on Radiation Risk. 2003. Recommendations of the European Committee on Radiation Risk, ed. C. Busby. Regulator’s Editione, Brussels, 2003)
Die Nato und das Institut de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire (Institute de Radioprotection et de Sûreté Nucléaire. Response to ECCR: Health Consequences of Chronic Internal Contamination by Radionuclides. DRPH/ 2005-20. Paris, 2005), die offizielle französische Organisation für den Schutz vor Radioaktivität, beurteilen die ICRP-Methodologie als fehlerhaft. Die Frage nach der Fähigkeit des DU, Krebs zu erzeugen ist in Wirklichkeit viel umfassender als die Fragen, die durch das Golf-Kriegs-Syndrom aufkamen. Damit in Zusammenhang steht die wirkliche Ursache für die überhohen
Krebsraten in Hiroschima, Nagasaki und Tschernobyl, wo Partikel aus dem brennenden Uran im Brennstoff eine viel grössere Rolle bei den beobachteten Krebsfällen gespielt haben könnten, als die Forschungen zur Atombombe oder diejenigen der Internationalen Atomenergiebehörde angenommen hatten.(Roesch, W. C. (ed.). US-Japan Joint Reassessment of Atomic Bomb Radiation Dosimetry. Radiation Effects Research Foundation, Hiroschima, 1987.)
Da in Hiroschima und Nagasaki nie Schätzungen über die im Inneren wirkende Strahlendosis durchgeführt worden sind und sich die Schätzungen der Dosen in Tschernobyl nur auf Cäsium-137 und Jod-131 beschränkten (Exposures and Effects of the Chernobyl Accident, vol. II: Effects, Annex J, pp. 451– 566. UNSCEAR, 2000), wurde die Wirkung von Uran und Plutonium in Aerosolen von Kernbrennstoffen vernachlässigt. Da man davon ausging, dass das DU sich im Krieg wie Uranstaub in den Minen verhalten würde, machten die Experten den Fehler anzunehmen, dass das Kennzeichen dieser Uranbelastung Uraneinlagerungen in den Knochen und Schädigungen der Nierentubuli sein würde. Weil diese Wirkungen aber nicht vorherrschend waren – obwohl sie vorkamen –, wurde DU als Ursache für das Golfkriegs-Syndrom fallengelassen.
Im Lichte dessen, was man heute über die physikalische Form des DU weiss, einschliesslich der Komplexität der keramischen Nanopartikel, waren die damaligen Annahmen nicht realistisch. Es ist zu erwarten, dass die Krebsfälle in den nächsten 20 bis 30 Jahren gehäuft auftreten werden. Die Latenzperiode für diese Krebsfälle wird vermutlich wegen der chronischen Niedrigdosenwirkung länger sein als erwartet. Möglicherweise werden viele Golf-Kriegs-Veteranen vor dem Ausbruch des Krebses auf Grund anderer Todesursachen sterben, (nicht aber heute kleine Kinder und Jugendliche)." (Quelle: International Journal of Health Services, Volume 36, Number 3, Page 503-520, 2006)
3.) Dass das amerikanische Pentagon schon sehr früh über die Gefahren informiert war, die von uranhaltiger Munition ausgeht, beschreibt die australische Ärztin Dr. Helen Caldicott in dem Kapitel "Atomkrieg im Golf und im Kosovo" in ihrem Buch "Atomgefahr USA". Dort schreibt sie: "Es ist bewiesen, dass das Pentagon schon lange vor der Operation Wüstensturm um die gesundheitlichen Risiken wusste, die von uranhaltiger Munition ausgehen. In zahlreichen Militärberichten wird eingeräumt, dass Uran-238 Nierenschäden, Lungen- und Knochenkrebs, (nicht bösartige)
Erkrankungen der Lunge, Hauterkrankungen, neurokognitive Störungen, Chromosomenschäden und Geburtsfehler verursachen kann. (Dan Fahey, "Depleted Uranium Weapons: Lessons from the 1991 Gulf War. A Postwar Disaster for Enviroment and Health", Laka Foundation, Mai 1999)
Im Juli 1990 warnt ein von der US-Army beauftragtes Unternehmen: <<Wenn Soldaten auf dem Schlachtfeld abgereichertem Uran in Form von Schwebestaub (Aerosole) ausgesetzt werden, könnte das möglicherweise erhebliche radiologische und toxikologische Folgen haben. Unter Kampfbedingungen sind die Bodentruppen, die ein Schlachtfeld nach einem Gefecht mit panzerbrechender Munition entweder zu Fuß oder in Fahrzeugen betreten, der Strahlung vermutlich am stärksten ausgesetzt>>. Aber bei der Operation Wüstensturm wurden weder die amerikanischen Streitkräfte noch die Soldaten der Verbündeten vor der Gefahr gewarnt, die von dem Uran ausging - von der umliegenden Zivilbevölkerung ganz zu schweigen. (Dan Fahey, s.o.)
Schließlich gestand das US-Verteidigungsministerium in seiner einzigen Stellungnahme im Januar 1998 ein: "Unsere Untersuchungen hinsichtlich der möglichen Gesundheitsgefährdung, die von abgereichertem Uran ausgeht, stießen auf ernste Wissenslücken bei unseren Soldaten bezüglich der gesundheitlichen Folgen der Verwendung von abgereichertem Uran auf dem Schlachtfeld... Kampftruppen oder Soldaten in taktisch unterstützender Funktion wussten im Allgemeinen nicht, dass Ausrüstungsgegenstände, die mit abgereichertem Uran verseucht sind - zum Beispiel Feindfahrzeuge, die von
uranhaltiger Munition getroffen wurden - einer besonderen Handhabung bedürfen (viele Soldaten haben auf solchen Fahrzeugen Erinnerungsfotos gemacht oder haben Munitionsreste als Souvenir mit nach Hause gebracht) ...
Da die Informationen nicht ordnungsgemäß an alle Soldaten aller Dienstgrade weiter gegeben wurden (das kann auch bei unseren Soldaten im Kosovo und in Afghanistan der Fall sein. Hinweise darauf von unseren Soldaten selbst gibt es viele), kann es sein, dass Tausende von Soldaten unnötig der Strahlung ausgesetzt wurden." Das heißt sie kommen entsprechend kontaminiert nach Hause zurück. (Quelle: Buch "Atomgefahr USA - Die nukleare Aufrüstung der Supermacht" v. Helen Caldicott, Kapitel: Atomkrieg im Golf und Kosovo)
4.) Der britische Wissenschaftler Dr. Chris Busby schreibt: «Wenn Sie vor dem Feuer sitzen und sich wärmen, dann können Sie sagen, die ganze Wärme umfängt meinen Körper. Wenn Sie aber ins Feuer langen und sich ein Stück glühende Kohle nehmen und das ‹runterschlucken›, werden Sie an einer ‹Magenverbrennung› sterben. Genau das ist es. Dieses Stück ‹verstrahlt› in hohen Dosen das lokale Gewebe, und es ist völlig klar, dass man das nicht mit der Vorstellung einer Verstrahlung von aussen veranschaulichen kann. Und das ist das Kernproblem, es ist nicht nur ein Problem des
abgereicherten Urans, sondern es ist ein Plutoniumproblem, es ist ein Problem der Teilchen von Tschernobyl, es ist ein Problem der Ersatzstoffe, die aus den Atomkraftwerken ‹kommen›, und dieser ganze radioaktive Müll wurde seit 1945
in die Umwelt abgegeben und das ist die Ursache der gegenwärtigen Krebsepidemie.
Vor allem die Atomversuche der 60er Jahre sind für die aktuelle Krebsepidemie verantwortlich. Sie können also verstehen, dass darum kaum jemand Lust hat, irgendeine Art Verbindung zwischen abgereichertem Uran und einem schlechten Gesundheitszustand herzustellen, weil das alle Arten anderer komplizierter Auswirkungen nach sich ziehen würde: Schadensersatzprozesse von Leuten, die in der Gegend von Sellafield leben, Leute mit Leukämie, Leute mit Lungenkrebs. All diese Leute sind durch Atomkraftwerke verseucht worden. Sie kennen ja unsere Regierungen, die <Institute für Strahlenschutz> und all diese <Fachleute>. Also, das ist das Kernproblem: der Unterschied zwischen Verstrahlung von Aussen und Verstrahlung im Innern!
Tatsächlich sollten Sie nicht die Dosis auf den Körper ins Auge fassen, sondern die Dosis pro Zelle betrachten, dann sehen Sie, dass diese sehr hoch ist. Einige der Zellen sterben, und einige Zellen werden Chromosomenschäden haben. Diese Chromosomenbrüche, die der Berliner Chemiker Professor Dr. Albrecht Schott und sein Team feststellten, können Sie sehen, wenn Sie durch ein gutes Mikroskop schauen. Und Sie werden fragen: was ist der Befund? Welche Art
von Krankheit wird daraus folgen? Es wird ein sehr weitgehender Schaden im Immun- und Lymphsystem entstehen und sehr wahrscheinlich Lymph knotenkrebs..." (European committee on Radiation Risk. 2003. Recommendations of the
European Committee on Radiation Risk, ed. Chris Busby. Regulator’s Editione, Brussels, 2003 und <Zeit-Fragen> Zürich, Nr. 41, 2006, HYPERLINK).
5.) Es war der Chemiker Prof. Dr. Albrecht Schott, der die Gene von britischen Golfkriegs-Veteranen untersuchen ließ. Im Blut des Veteranen Kenny Duncan fand er auffallend viele genetische Veränderungen, und zwar von einer Art, die typisch für Radioaktivität ist und die nicht von anderen Ursachen herrühren kann. Prof. Albrecht Schott: "Kenny Duncan war vor dem Golfkrieg von 1991 ein Kraft strotzender, gesunder Mann, seine Chromosomen waren völlig in Ordnung. Dann kam die Strahlung, weil er im Golfkrieg Monate lang britische Panzer repariert hatte, die durch die eigenen Truppen durch<friendly fire> getroffen worden waren. So kam es bei ihm, wie wir eindeutig festgestellt haben, zuChromosomenbrüchen.
Je höher die Rate an Chromosomenbrüchen ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Krebs.Diese hohe Zahl von Chromosomenbrüchen kann man in der Familie von Kenny Duncan und seiner Frau Mandy sehen. Sie haben drei Kinder, und alle drei Kinder sind genetisch schwer geschädigt. Das Uran ist bei der Verbrennung zu so kleinen Nano-Partikeln verbrannt, das es überall im Körper hingelangt, nicht nur zu den Lymphozyten, auch zum Gehirn, zur Leber, auch zum Sperma und zu den Eizellen. Deshalb sind die Kinder von Kenny Duncan genetisch krank. Diese Kinder haben auch geschädigte Chromosomen und sie werden natürlich hohe Raten genetisch geschädigter Kinder hervorbringen, und deren Kindeskinder wieder." (Quelle: Dokumentarfilm "Deadly Dust" von Frieder Wagner, Köln 2006/2007 und: Prof.Dr. Albrecht Schott <WODUC e.V.>: Gegen den Uranmissbrauch, Zeit-Fragen Nr.:19 v. 14.05.2007 und: Schroeder H, Heimers A, Frentzel-Beime R, Schott A, Hoffmann W.: Chromosome Aberration Analysis in Peripheral Lymphocytes of Gulf War and Balkans War Veterans. Radiate Prot Dosimetry 2003. 103:211-9).
Ein britisches Gericht bestätigte so dem Veteran Kenny Duncan 2004, dass seine Erkrankung von Uranmunition verursacht wurde – damit ist er weltweit der erste Golfkriegsveteran, dessen Erkrankung durch Depleted Uranium
amtlich anerkannt wurde. Er erhält darum auch jetzt eine höhere Rente. Auch die beiden Töchter der britischen Golfkriegsteilnehmerin Jenny Moore sind genetisch krank. Sie hatte im Golfkrieg 1991 Uran-Panzergeschosse scharf gemacht und zur Aufmunitionierung vorbereitet. Als sie nach dem Golfkrieg schwanger wurde musste sie einer erschreckenden Wahrheit ins Gesicht sehen. Jenny Moore erzählt: "In der 18.Woche ging ich zu einer Untersuchung und da sagten sie mir, dass eines der Zwillingsbabies stark deformiert wäre. Der Professor in London fragte mich: Wollen Sie mir nicht sagen, was für Drogen Sie genommen haben, dann wüssten wir, wie Sie ihr Baby vergiftet haben.
Können Sie sich vorstellen, wie sie sich fühlen, wenn man ihnen sagt, sie hätten ihr Baby vergiftet und dass sie froh sein sollten, dass eins überlebt hat? Und nur weil sie in getrennten Fruchtblasen waren, hat eines überlebt. In der 24.Woche starb dann der eine Embryo, aber ich konnte die Schwangerschaft mit Rebecca, die überlebt hat, fortsetzen." Als Jenny Moore später zum zweiten Mal schwanger wurde, musste sie nach einer Frühgeburt feststellen, dass das kleine Mädchen keine Augen hatte, so wie heute viele Frühgeburten im Irak und 1986 nach der Tschernobyl-Katastrophe auch. Nach einem Chromosomentest durch Prof. Schott weiß sie nun, dass ihre Chromosomen durch Brüche wie sie nur von Radioaktivität herrühren können, deformiert sind. Deshalb sagt Jenny Moore heute: "Ich weiß nun: meine Babys starben, wegen der Uranmunition, am sogenannten Golfkriegssyndrom." (Quelle: Kinofilm "Deadly Dust", 2006 und Siegwart-H.Günther: "How Depleted Uranium Shell Residues Poison Iraq, Kuweit and Saudi Arabia", Metal of Dishonor, International Action Center, New York, 1999 und: Schroeder H, Heimers A, Frentzel-Beime R, Schott A, Hoffmann W.: Chromosome Aberration Analysis in Peripheral Lymphocytes of Gulf War and Balkans War Veterans. Radiate Prot Dosimetry 2003. 103:211-9)
6.) Und noch einmal die Biologin Dr. Rosalie Bertell: „Es ist eindeutig, dass abgereichertes Uran verantwortlich ist für eine ganze Anzahl von biochemischen Ereignissen, die Menschen erheblich schädigen. Diese Schädigung trifft alle unterschiedslos und unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit, dem Alter, dem Geschlecht oder ihrem Status als Kriegsteilnehmer oder Zivilist. Mit anderen Worten: Depleted Uranium ist eine Waffe, die das eigene Militär zerstört wie auch die ihr hauptsächlich ausgesetzte Zivilbevölkerung, ebenso wie die gegnerischen Soldaten. DU zerstört die zivile Umwelt nach dem Krieg und macht sie für viele Jahrzehnte gefährlich - ähnlich wie Landminen, die heute geächtet und verboten sind.
Es ist unbestreitbar, dass das abgereicherte Uran beim Verbrennen bei Temperaturen von bis zu 5000 Grad Celsius einen unsichtbaren gefährlichen Metallrauch erzeugt. Dies allein stellt eine Verletzung des Genfer Protokolls für das Verbot des Gebrauchs von Gas im Krieg dar, denn Metallrauch entspricht einem Gas." (Quelle: International Journal of Health Services, Volume 36, Number 3, Pages 503-520, 2006) Das Genfer Protokoll, das Gas als Waffe verbietet, wurde von Präsident Gerald Ford für die USA am 22. Januar 1975 unterzeichnet und trat am 29. April 1975 in Kraft. Großbritannien unterzeichnete dieses Protokoll schon am 9. April 1930. Die Verpflichtung gegenüber diesem Genfer Protokoll war den USA und Großbritannien vor dem Irak-Krieg 1991 also sehr wohl bekannt. Sie setzten sich aber in diesem Krieg und allen nachfolgenden (Bosnien 1995, Kosovo 1999, Afghanistan 2001 und Irak 2003) darüber hinweg. (Quelle: Prohibition of the Use of Asphyxiating, Poisonous of other Gases and Bacteriological Methods of Warfare. Geneva Protocol. Geneva, June 17, 1925)
7.) Dr. Doug Rokke ist Medizinphysiker und Professor für Umweltwissenschaften an der Universität in Jacksonville, Alabama. Er war im DU-Team der Operation Desert Storm (ODS) und Direktor des DU-Projektes des US-Heeres. Er berichtet in einem Vortrag: "Offizielle Department of Defense (DOD) - Dokumente, die 1991 über DU berichten, befassen sich mit den verifizierten gesundheitlichen Auswirkungen von radioaktiven und Schwermetall-Giften und beschreiben folgende Symptome, die abgereichertes Uran hervorrufen kann: neurologische Anomalien, Flugkrankheit (reactive airway diseases), Nierensteine, chronische Nierenschmerzen, Ausschläge, Sehkraftminderung, Nachtblindheit (night vision losses), Zahnfleischerkrankungen (gum tissue problems), Lymphome und andere Krebserkrankungen, neuropsychologische Beschwerden, Uran in männlichen Keimzellen (uranium in semen), sexuelle Disfunktion, Geburtsfehler bei Nachkommen und Tod.
Schädliche Folgewirkungen werden weiterhin auftreten, solange es sich Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums und andere Regierungsvertreter erlauben können,
1. eindeutige Befunde zu ignorieren,
2. medizinische Behandlung für alle mit DU in Berührung gekommenen
Personen zu versagen,
3. vollständige umweltbezogene Abhilfemaßnahmen zu verweigern und
4. DU-Ausbildungsmaßnahmen durch Unterdrücken von wissenschaftli-
chen und medizinischen Erkenntnissen zu verzögern."
(Quelle: HYPERLINK)
8.) Der amerikanische Wissenschaftler Prof. Dr. Asaf Durakovic, der 12 Jahre für das Pentagon über "DU und die Folgen" geforscht hat und der, als er die Gefährlichkeit erkannt hatte und das öffentlich machte, vom Pentagon gefeuert wurde, sagte in einem Interview für das WDR-Fernsehen: "Eine der ersten Theorien zum Golfkriegs-Syndrom war, dass es vom Einatmen des Wüstenstaubs kommt und man nannte es Al Ascaan-Krankheit. Wenn das Einatmen des Wüstenstaubs der Grund wäre, müsste es jeder in der Wüste bekommen. Das ist es nicht, es ist das Einatmen von radioaktivem Wüstenstaub und deshalb habe ich es Todesstaub genannt, 3 D - Syndrom: Deadly Desert Dust!
Sie fragen mich, was jetzt mit der Zivilbevölkerung im Irak passiert? Glauben Sie irgend jemand kümmert sich um sie, wenn sich schon niemand für das Schicksal der eigenen Soldaten interessiert! Man müsste Milliarden von Dollars investieren! Basra zu säubern würde allein 200 Milliarden Dollar pro Jahr kosten! Und nur die Brücken über den Euphrat zu dekontaminieren würde Milliarden kosten. Was für die Erkrankungen der Veteranen der USA, Kanadas und Großbritanniens gilt, muss man um das 1000-fache erhöhen, was die irakische Bevölkerung betrifft. Und es wurde von diesen Regierungen alles unternommen diese Informationen zu unterdrücken.
Ein einziges Alpha-Teilchen kann in der Zellstruktur irreparable Schäden hervorrufen mit allen furchtbaren Folgen. Das ist Grundlage der Nuklearmedizin und -biologie, das braucht man nicht zu diskutieren. Denn jedes Kind weiß am Ende der höheren Schulausbildung Bescheid über die Auswirkungen der Alpha- und Betastrahlung. Und so sage ich zu allen, die diese Auswirkungen der Uranmunition immer noch leugnen, sie sollen doch bitte noch einmal in die Schule gehen und die Grundlagenbücher der Physik und Nuklearstrahlung studieren." (Quelle: WDR-Sendung "Die Story": Der Arzt und die verstrahlten Kinder von Basra. vom 26.04.2004 und: Durakovic A, Dietz L, Zimmerman I,: Differential Decay Analysis of the Alpha Dose of Depleted Uranium and the Neoplastic Risk in the Lungs of Gulf War Veterans. J.Nucl
Med.2003.44 (suppl.):326 P. and The European Cancer Confe-rence 2003. Sept 21-25 Copenhagen).
Teil 2 des Artikels
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