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Klimakiller Haustier?  

(28.10.2009) Es gibt sinnvolle Klimastatistiken und ökologische Fussabdrücke und es gibt undurchdachten Unsinn. Dazu gehören Erkenntnisse, wonach ein Hund angeblich doppelt so belastend ist wie ein großer Geländewagen und die Katze überhaupt der Klimakiller Nr. 1 sein soll (anderen Angaben zufolge entspricht sie einem VW Golf). Empfohlen werden wahlweise Hühner oder Kanarienvögel, je nachdem, ob es nur um Klima oder auch um Flächenverbrauch geht.

Da gibt es beispielsweise das Buch "Time to Eat the Dog? The Real Guide to Sustainable Living", in dem Robert und Brenda Vale aus Neuseeland den ökologischen Fussabdruck von Haustieren berechnen. Vergleicht man die "Produktion" von einem Kilo Hundefleisch mit der von einem Kilo Hühnerfleisch (wohl in der platzsparendsten, tierquälerischen Variante), dann schneidet der vierbeinige Gefährte klarerweise schlechter ab. Beruhigender weise wird "nicht wirklich" dazu aufgefordert, Hunde zu essen, versichern gerne berichtende Medien.

Aber man sollte vielleicht auf Gourmetfutter verzichten, das sind diese kleinen teuren Schälchen, die man sich sowieso wenn, dann bei kleinen Hunden oder einzelnen Katzen leisten kann. Außerdem wird empfohlen, sich Haustiere zu teilen,  oder statt Hund oder Katze Tiere zu nehmen, deren Fussabdruck geringer ist. Sowieso, weil ja keinerlei Ressourcen verbraucht werden, wenn man das Timesharing-Tier besucht (und weil sich Tiere doch überhaupt nicht an Menschen binden). Der Vorteil von Tieren scheint natürlich in keiner Rechnung auf, nämlich dass sie uns täglich daran erinnern, dass wir zur Natur gehören.


Athos im Freien im Passivhaus-Fell :-)

Gerade Tiere, mit denen man auch spazierengehen oder denen man beim frei herumlaufen zusehen kann, die aber dennoch mit uns leben, sind eine ständig präsente Bindung an die Natur auch in uns. Und überhaupt: das Ganze ist eine Ablenkungsdebatte, da Tiernahrung zwar verpackt und transportiert wird, aber aus den Resten der für menschliche Nahrung bestimmten tierischen Erzeugnisse hergestellt wird. Und ganz bestimmt wird es auch keine eigenen Anbauflächen geben, auf denen Kilometer um Kilometer die pflanzlichen Bestandteile der Dosennahrung extra für die lieben Tiere erzeugt werden.

Gehen wir anders um mit unserer Ernährung, wirtschaften wir anders, werden wir auch unsere Tiere anders füttern. Das Agrobusiness ist weder um Katzen- noch um Hundefutterdosen entstanden, sondern innerhalb dieses lukrativen Zweiges wurde der verstärkten Nachfrage an Fertignahrung für Tiere entsprochen. Wenn wir weniger produzieren und konsumieren und unsere Mobilität anders gestalten, werden wir unsere Tiere vielleicht anders füttern und aufhören, eine Menge an Zubehör zu kaufen, das meistens eher für unsere Augen gedacht ist als für den praktischen Nutzen der Tiere. Sind das die Klimaprobleme von heute? Oder sollte der Gipfel von Kopenhagen nicht anderes auf Schiene bringen, ohne mediale Ablenkungsmanöver im Vorfeld?

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