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Wer hinter Pussy Riot steht  

(18.8.2012) Das National Endowment for Democracy und PR - Man sollte sich auch die UnterstützerInnen von Pussy Riot ansehen und der Geschichte der Gruppe nachgehen, die gerne als Punkband bezeichnet wird. Auf Musikportalen wird man dabei nicht unbedingt fündig, sondern es gibt vielleicht einen Titel. Der Youtube-Channel besteht vor allem aus Berichten, das eine oder andere Video von Auftritten ist auch darunter.

Offizielle russische Nachrichtenportale wie jene von RIA Novosti erwähnen die Causa in wenigen knappen Beiträgen wie diesem: "Der Oberste Kirchenrat der Russisch-Orthodoxen Kirche hat die Behörden aufgerufen, Barmherzigkeit gegenüber den drei Teilnehmerinnen der Punkband Pussy Riot zu zeigen, die am Freitag wegen Rowdytum in der Moskauer Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Haft verurteilt worden waren." Zugleich wurde aber eine Petition an den Weltkirchenrat verbreitet, als ob es den Appell der Orthodoxen Kirche nicht gäbe (wenn die Petition gerade nicht erreichbar ist, hier ist sie mit Wortlaut und UnterzeichnerInnen zitiert).

Als Erstunterzeichner scheinen auf: "Ludmila Alekseeva, Chairman of Moscow Helsinki Group, Priest Gleb Yakunin, Member of Moscow Helsinki Group, Chairman of Committee for Defense of Freedom of Conscience", was man im Konnex der Finanzierung der Helsinki-Gruppe sehen muss: "The Moscow Helsinki Group and For Human Rights are supported by the National Endowment for Democracy, the Washington-based democracy assistance group."

Das National Endowment for Democracy wurde in den 1980er Jahren gegründet, um CIA-Aktivitäten besser verschleiern zu können. Es übernimmt eine wichtige Rolle bei Umsturzbewegungen in Ländern, die sich dem Einfluss Washingtons entziehen und sollte daher besser National Endowment Against Democracy genannt werden. Das NED bezieht seine Mittel unter anderem via AFL-CIO, wobei die amerikanischen Gewerkschaften wegen ihrer Rolle auch zynisch AFL-CIA heissen. AFL-CIA mischt in Lateinamerika mit und war etwa an der Finanzierung der "Kronen Zeitung" in Österreich über den ÖGB beteiligt. Der "Kronen Zeitung" merkt man ihre Gründungsgeschichte stets an, wie man etwa am Wehrpflicht-"Schwenk" der SPÖ oder der Abberufung von General Entacher erkennen kann, wo u.a. via "Krone" massiv Druck ausgeübt wurde.

Via NED wurde auch Reporter Ohne Grenzen unterstützt, sodass es kein Wunder ist, wenn ich mich wegen massiver Verletzung der Pressefreiheit und meiner Menschenrechte als Journalistin in Österreich vergeblich an ROG wende. Bereits vor dem Pussy Riot-Urteil stellte etwa dieser Blog den Zusammenhang zwischen der "Punkband" und dem NED her. Ein Screenshot, den ich übernehme, zeigt die Finanzierung der NGO "GOLOS" durch das NED, die behauptete, es habe Unregelmässigkeiten bei den jüngsten Wahlen in Russland gegeben. Natürlich wurde GOLOS in unseren Medien als "unabhängig" bezeichnet - so "unabhängig" wie Reporter Ohne Grenzen, die "Kronen Zeitung" und diverse NGOs eben sind.

"Attempts by Wall Street and London to frame the elections as fraudulent set the groundwork for a wider campaign of political destabilization - a campaign 'Pussy Riot' has now become a key player in. The Guardian however is absolutely correct when they call the 'Pussy Riot' proceedings a 'show trial.' However, they are wrong in claiming that the showmanship is the work of the Russian Federation. Instead, it is showmanship put on by the Western media and the US State Department's vast network of faux-NGOs.

The Guardian's entire article is propaganda written with a literary rather than journalistic tone. The article itself cites the defendant's lawyer whose comments form the very basis of the article's title. And while the Guardian may prey successfully on the emotions of ill-informed, unsuspecting, but well-intentioned readers, it lets slip several telling clues as to who is really behind the showmanship.

According to the Guardian, the defense 'tried to call 13 witness, including opposition leader Alexey Navalny.' Navalny, of course, is a longtime operative receiving both political and financial support from the West in efforts to undermine the Russian government and bring back the days of Wall Street and London's unhindered plundering that marked the 1990's.

If 'Pussy Riot's' defense is calling up a documented agent of Western interests as a "witness," one wonders under what context and to what degree Navalny, and by consequence, the National Endowment for Democracy, is involved with the defendants. Navalny admits that he is "acquainted" with one of the band members, but was not actually a 'witness,' and rather would have testified in order to "defend law and justice."


Clearly then, the defense's attempts to include him in the trial were politically motivated, having nothing to do with either law or justice, and serves simply as a means to link 'Pussy Riot' to the US State Department's subversive opposition, many of whose leaders were caught filing into the US Embassy in Moscow earlier this year."

Zu erwähnen ist auch, dass Oksana Chelysheva, ein Mitglied des NED-Steering Commitees, die Unterstützungskampagne für Pussy Riot leitet und in weiteren NED-finanzierten Organisationen Funktionen innehat. In einem Forum wird darauf hingewiesen, dass Pussy Riot gar keine "Band" nach westlichem Verständnis ist.  Es handle sich um eine linksextreme Gruppe, die nie Konzerte gab und auch keine Songs geschrieben hat. Allerdings begann sie im November 2011, Musik bei ihren Aktionen zu verwenden. Man könnte vielleicht eher Samba Attac, die TrommlerInnen von Attac bei Demos, als "Band" bezeichnen.
 
Pussy Riot ist aus der Gruppe "Voina" hervorgegangen, was auf Russisch schlicht "Krieg" bedeutet. Manches erinnert an Performances, aber oft ist Voina einfach gewalttätig, etwa wenn lebende Katzen über den Tresen eines McDonalds geschleudert wurden. Und Polizeiautos   umzukippen, wenn noch jemand drinnensitzt, ist auch mehr als fragwürdig - es würde auch im Westen sicher nicht geduldet. Voina hat auch Brandsätze geworfen oder eine Fake-Hinrichtung eines Immigranten und eines Homosexuellen in einem Supermarkt inszeniert.

Ausführlich befasst sich Steven Black mit möglichen Zusammenhängen: "Niemand scheint auch nur wenige Sekunden innezuhalten, nachzudenken und sich zu fragen, wieso es in Moskau und Russland sowieso, derart viele Punkbands gibt, die überhaupt keine Probleme mit dem Gesetz und der Regierung insgesamt haben, obwohl deren Texte nicht grade zimperlich mit dem Staat umgehen, wie Punkbands halt so sind,,,

Angesichts einzelner, herausragender Indizien, wie etwa die Tatsache, daß keine normale Kirche, sondern ausgerechnet die 'Christus-Erlöser Kirche' ausgewählt worden ist – und sie WURDE ausgewählt, kühl berechnend, oder einer Weltweiten, international einmütigen und fast schon Flächendeckenden Gleichschaltung der Berichterstattung und der Instrumentierung  prominenter Organisationen, wie 'Amnesty International', sowie die Beteiligung von 121 Bundestagsabgeordneten, vermute ich eine gezielte Aktion im Stile von OPTOR, inklusive der wissenschaftlichen Unterstützung des britischen Tavistock Institutes."

Es entspricht in der Bedeutung wohl dem Stephansdom für Österreich, wenn man diese Kirche als Schauplatz für die Performance einer im Grunde kindischen Beschimpfung wählt. Wenn wir uns vergegenwärtigen, auf welch simplifizierende, stark emotionalisierte Weise Medien und deren UserInnen auf Putin und die russische Kirche reagieren, verstärkt sich der Verdacht einer Inszenierung.

"Wie die Richterin Marina Syrowa dabei konstatierte, war die Aktion sorgfältig geplant gewesen. Jede einzelne Etappe sei vorbereitet worden. Für die Ausführung ihrer rechtswidrigen Handlungen sei eine Gruppe gebildet worden. Einige Mitglieder der Gruppe konnten flüchten", meldet  RIA Novosti. Natürlich ist das "staatlich", ergo "Propaganda", aber an der sorgfältigen Planung braucht man wohl nicht zu zweifeln.

Das russische "Regime" (c Außenminister Michael Spindelegger, Österreich) soll als hinterwäldlerisch und brutal dargestellt werden. Jene, die am lautesten schreien, schweigen beredt zur Haft von Bradley Manning in den USA ohne Prozeß oder zu den Drohungen Großbritanniens i.A. USA gegen Ecuador. Es ist auch entlarvend, dass drei junge Frauen als "Engel gegen Putin", so eine Schlagzeile, porträtiert werden. Manch ein Kommentar feiert sie als jene Frauen, die es Putin zeigen. ÖsterreicherInnen sollte dies an die Arigona-Inszenierung im Herbst 2007 erinnern. Das Mädchen und seine Familie sollten in den Kosovo abgeschoben werden, eine leider übliche und vielkritisierte Praxis in Österreich.



Arigona, erst 15 Jahre alt, führte aber, so die Kommentatoren, die Bundesregierung und insbesondere Innenminister Platter so richtig vor. Sie tauchte unter, hinterliess ihrer Mutter einen Abschiedsbrief und drohte mit Selbstmord. Praktischerweise war dieser Brief auf Deutsch verfasst, das ihre Mutter kaum versteht - aber so konnte er in Medien gespielt werden. Ganz professionell spielte das Mädchen, das bisher noch nie allein in einer Stadt unterwegs war, dem ORF dann eine Art "Geiselvideo" zu, in dem sie ihre Drohung wiederholte. Niemand wollte sich fragen, ob ein Mädchen das auf seine Kappe nehmen kann (nur Ceiberweiber hat alles von Anfang an als Farce bezeichnet und in den Kontext gestellt, dass wenige Wochen zuvor ein Mitglied der Bundesregierung, Verteidigungsminister Darabos, gegen den US-Raketenschild auftrat).

In "Österreich" wurde gar dem Innenminister bereits die Verantwortung für einen etwaigen Tod Arigonas gegeben. Wie Steven Black in Pussy Riot drei junge Frauen sieht, die benutzt werden, werfe ich Arigona sicher nichts vor. Es ist auch ihr Recht gewesen, in dem Land bleiben zu wollen, in dem sie aufgewachsen ist. Schließlich tauchte sie wieder auf, ein Pfarrer nahm sich ihrer an, der sich Fragen nach Arigonas Verbleib im "Untergrund" sofort verbeten hat. Da nur brave Medien bei der Pressekonferenz waren, hakte auch niemand nach. Es sei jetzt nicht wichtig, meinte der Pfarrer - obwohl es natürlich die Schlüsselfrage ist, denn es ging um eine Erpressung der Bundesregierung. Hinterher wurde freilich auch klar, dass Arigona bereits am ersten Tag "Medienbetreuung" hatte; diese verhandelte sofort mit dem ORF, es wurde aber nie recherchiert, wer sich um sie kümmerte.

Die Art und Weise, wie Arigona medial verherrlicht wurde, erinnert an Pussy Riot. Man hätte, meinen Zyniker, damals keinen alten Chinesen nehmen können, sondern wählte ein Mädchen mit "Rehaugen". Auch bei Pussy Riot muss man auf Bilder achten, auf die unterschwellige Wirkung. Es geht diesmal nicht um ein Geiselvideo, sondern um die Wahl der Verkleidung. Wollmützen als Masken gelten zwar im linken Bereich als Vermummung bei Demos, sind aber auch ein Signal an Menschen, die mit diesem Spektrum wenig am Hut haben und eher an Gangster, Geiselnehmer, Terroristen oder Bankräuber denken.

Auch in Wien gab es eine kurze Aktion in einer Russisch-Orthodoxen Kirche, wohl um auch Russen in Wien Gelegenheit zu geben, sich als die allerletzten Hinterwäldler zu erweisen (detto in Finnland). Für Solidarität mit Pussy Riot ist hierzulande die Rosa Antifa Wien zuständig, wobei es natürlich auch viele Aussagen als der Politik- und Kulturszene gibt. Selbstverständlich muss Russland Pussy Riot nicht erst recht in die Schlagzeilen bringen durch Gerichtsverfahren und Bestrafung. Man muss aber auch in anderen Ländern mit Anzeigen rechnen, veranstaltet man provokante Aktionen in Kirchen.

Wenn Inszenierungen auf Emotionalisierung setzen, entsteht auch Druck, sich zu solidarisieren. Wenn die oder der etwas unterstützt, will man nicht zurückstehen, sich nicht fragen, ob der Kaiser vielleicht nackt sein könnte. Daher wird auf der Gegenseite, bei jenen, die dadurch getroffen werden, ebenfalls emotionalisiert oder versucht, möglichst wenig zu sagen. Auf diese Weise tragen dann beide Seiten dazu bei, dass sich kaum jemand ganz nüchtern die Fakten ansieht und sie objektiv zu beurteilen versucht.

PS: Pussy Riot - Feministinnen oder Schachfiguren? (19.8.2012) Sowohl ein "Pussy-Aufstand" als auch nackte Femen sind perfekt auf die Wahrnehmungsschwelle westlicher Boulevardmedien abgestimmt, hinter denen dann andere, die sich selbst der "Qualität" rühmen, nicht zurückbleiben wollen - Weitere Infos zu Pussy Riot und National Endowment for Democracy

Infos:
Susanne Scholl über Putins Russland (1.9.2012) In der Radiosendung "Von Tag zu Tag"  in Ö 1 war am 31. August die frühere Moskau-Korrespondentin des ORF Susanne Scholl zu Gast.
Pussy Riot will Feministinnen im Ausland anwerben (28.8.2012) Die Propagandawalze rollt weiter, auch über Medien, die sich als feministisch verstehen.
"Angry Kremlins" und zweierlei Mass (25.8.) Bei einem neuen Spiel, das Medien begeistert verbreiten, kann man mit den Köpfen von Präsident Putin und Patriarch Kyrill auf die Pussy Riots ballern. Es handelt sich um dieselben Medien, die über Spiele wie Minarett Attack (Schweiz) oder Moschee Baba (Österreich) empört waren, bei dem auf Minarette und Muezzine geballert wurde.
KünstlerInnen-PR für Pussy Riot (24.8. 2012) Es ist  unwichtig, dass niemand so genau weiss, worin denn die "politische Arbeit" von PR besteht. Denn wenn man wissen will, wodurch sie eine der Zuschreibungen erfüllen sollen, wird darauf verwiesen, dass man sie ja nicht darauf reduzieren kann. Es ist wie ein Schattenspiel hinter einem Vorhang oder das Öffnen russischer Puppen.
Pussy Riot: Grüne an russischen Botschafter (22.8.) - Pussy Riot werden vom National Endowment for Democracy unterstützt und dienen einer Kampagne im OTPOR-Stil - dienen dieser auch die Grünen, die jetzt den russischen Botschafter attackieren? Siehe auch Wer steht hinter den Grünen?
Petitionen für Pussy Riot
Zwei Jahre Haft für Pussy Riot
Uwe Ness zu Pussy Riot, NATO und Syrien
Lesenswertes bei Elynitthria, einem deutschen Blog
Leserbrief zu Pussy Riot, Punk und Pornografie - Plus: was Alice Schwarzer in ihrem Blog schreibt.

Aktuelles Beispiel der Vorgangsweise gegen NATO-Kritiker aus Österreich:
Bundesheer: Die hidden agenda der Grünen (27.8.2012) Es sind die "üblichen Verdächtigen", unbedarfte Redakteurinnen bei Falter und Standard und darauf aufbauend dann die Grünen, die Stimmung gegen das Bundesheer und Minister Darabos schüren. (Siehe auch: Wer steht hinter den Grünen?)
Desinformationskampagne gegen Militärfallschirmspringer (21.8.2012) - Brigadier i.R. Josef Paul Puntigam ist wie ich nur bereit, der Republik Österreich, nicht aber NATO-Zielen zu dienen. Also wird er von der bewährten Seilschaft Grüne, Standard und Falter diffamiert.
Des Falters "rechte Geheimarmee" (23.8.2012) Basierend auf Anfeindungen der Grünen und eines Militärfallschirmspringervereins in Deutschland bastelt sich der "Falter" eine "rechte Geheimarmee" im Bundesheer.

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Alexandra Bader
alexandra@ceiberweiber.at

Zur Zukunft von Ceiberweiber

 
 





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