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Frauen in Uganda wollen Frieden  

Die Hilfsorganisation CARE befragte Frauen in Uganda, die sich Frieden wünschen und in Verhandlungen einbezogen werden wollen.  Während die Lord’s Resistance Army (LRA) wieder gewillt ist, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, um den jahrzehntelangen Konflikt mit der Regierung zu lösen, fordern die Frauen in den Lagern für die Vertriebenen: „Findet endlich einen Kompromiss und unterzeichnet einen Friedensvertrag, damit die Menschen nach Hause zurückkehren können!“ Das unterstreicht eine Umfrage der internationalen Hilfsorganisation CARE, die in 30 Flüchtlingscamps im Norden Ugandas tätig ist. CARE sprach mit 75 Frauen, die in sechs Lagern in der Region Gulu leben. Gerade dieses Gebiet war vom Krieg am stärksten betroffen.
 
„Diese Frauen haben unter dem Konflikt am meisten gelitten. Ihnen kommt aber auch eine entscheidende Rolle zu, wenn es nun um die Beendigung der Kämpfe geht“, erklärt Mag. Ulrike Schelander, die Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Weil ihre Kinder und Enkelkinder, ihre Brüder und Schwestern immer noch in der LRA sind, haben Ihre Stimmen deshalb besonders viel Gewicht. Sie können erheblich zur Versöhnung in ihrer Gemeinschaft beitragen. Umso wichtiger ist es, dass diese Frauen in den Friedensprozess einbezogen werden.“
 
Laut der UN-Resolution 1325 müssen Frauen bei Friedensverhandlungen angemessen vertreten sein. Bisher hat aber nur die LRA eine Frau in das Verhandlungsteam aufgenommen.  90 Prozent der Frauen, die von CARE befragt wurden, betonten die Notwendigkeit eines Mitspracherechts für Frauen. 80 Prozent waren dafür, Frauen aus den betroffenen Gebieten im Friedensprozess zu berücksichtigen. „Die Verhandler haben nicht erlebt, was wir erlebt haben“, meinte eine Befragte. Eine andere ergänzt: „Die Frauen müssen zu den Gesprächen dazukommen, um zu schildern, was wirklich passiert ist.“ Der Report zeigt klar auf: In die Verhandlungsteams sollte zumindest eine Frau, die direkt vom Konflikt betroffen war, aufgenommen werden, damit die Interessen der Frauen Gehör finden. „Es gibt niemanden hier, der nicht zumindest einen Angehörigen in den Kämpfen verloren hat“, beschreibt eine Frau, wie stark diese Region vom Konflikt gezeichnet ist.
 
Befürchtet wird von den Befragten sehr oft, dass politische und ökonomische Interessen den Friedensprozess dominieren könnten. „Ich denke, die Politiker werden sich zu Versprechen hinreißen lassen, um Sympathien zu gewinnen. Es geht ihnen aber nicht wirklich um die Interessen der Betroffenen“, bringt es eine der Flüchtlingsfrauen auf den Punkt.Die Mehrheit der Frauen sprach sich auch dafür aus, dass die internationale Gemeinschaft die Friedensbemühungen aktiv unterstützen sollte. „Ich denke, ohne internationale Unterstützung werden die Verhandlungen scheitern“, warnt eine der Befragten.
 
CARE Österreich ist in Nord-Uganda mit einem Projekt zur Förderung von Frauen aktiv, das von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanziert wird: „Die Frauen haben hier Furchtbares erlebt“, erklärt Schelander. „Sie waren zu tausenden Opfer des Konflikts, wurden entführt, vergewaltigt und zwangsverheiratet.“ Für diese traumatisierten Frauen bietet CARE nun psychosoziale Hilfe an. Ein wesentlicher Aspekt des Projekts ist es aber auch, den Frauen den Zugang zum Friedensprozess zu ermöglichen.
 
INFOS:
www.care.at
angelika.raedler@care.at




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