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Das Mutterkreuz mit Eva Herman: wegen NS-Verharmlosung gefeuert  

Letzten Herbst wurde die deutsche Fernsehmoderatorin Eva Herman von vielen Medien, hierzulande besonders von "Österreich" hochgejubelt mit ihrem antifeministischen Buch "Das Eva-Prinzip". Nun ist ihre Gesinnung deutlich zutage getreten, indem sie bei einer Buchpräsentation den Umgang der Nationalsozialisten mit Werten wie "Kinder, Mütter, Familie, Zusammenhalt" lobte. Herman legte dann noch eins drauf, indem sie ihre in der "Bild am Sonntag" (9.9.2007) zitierten Aussagen gegenüber ihrem Noch-Arbeitgeber NDR bestätigte, der sie dann feuerte:  "Werte wie Familie, Kinder und das Mutterdasein, die auch im Dritten Reich gefördert wurden, (wurden) anschließend durch die 68er abgeschafft. Vieles, was in dieser Zeit hochgehalten wurde, wurde danach abgeschafft."

Für die "taz" vom 10.9. kommt die Entlassung reichlich spät, blieb Hermans Einstellung doch schon länger nicht verborgen:

 "Dass sich der NDR von rechtsideologischen Versatzstücken nun distanziert, ist selbstredend richtig. Dass er dazu bis September 2007 warten musste, ist schwer nachvollziehbar. Schließlich wiesen die KollegInnen vom NDR-Medienmagazin "Zapp" auch auf die Mutterkreuzideologie hin, stießen damit jedoch auf wenig Gegenliebe. Eva Herman sei immer noch eine Kollegin. Keine Nazi-Nähe erwünscht. Spätestens jedoch seit Hermans Beinahe-Ausflug zu einer Veranstaltung der rechtspopulistischen Partei FPÖ im März, eingeladen von der "Initiative Freiheitliche Frauen", hätte den Langsamsten dämmern müssen, wem Hermans Thesen nahestehen. Von ihren Spenden an die christilich-fundamentale Organisation "Familiennetzwerk" einmal ganz abgesehen, die sie aus den Einnahmen ihrer Bücher finanziert.

Feinsinnigeren Beobachterinnen wie etwa der Schriftstellerin und Autorin Thea Dorn jedenfalls ("Die F-Klasse") stieß Hermans Gedankengut früh auf ("Das Eva-braun-Prinzip", taz vom 30.11.2006) - mit der Folge, dass auch sie schnell Bekanntschaft machte mit den Anwälten der sehr sensiblen, klagefreudigen Frau Herman. "Ich frage mich, warum die Verantwortlichen im Sender nicht früher gehandelt haben", kommentierte Dorn die NDR-Entscheidung gegenüber der taz. "Aber offensichtlich musste Frau Herman erst die "Es-war-nicht-alles-schlecht ..."-Schwelle überschreiten, um die Alarmglocken auszulösen. In diesem Sinne: Danke, Eva, für die Selbstentlarvung! "

Fragt sich nur, warum "Österreich" Eva Herman so sehr pushte, allen Warnungen zum Trotz, dass sie Mutterkreuzideologie vertritt - wie geht das zusammen mit dem (vermeintlichen?) Kampf des Mediums gegen FPÖ-Chef Strache wegen der Neonazi-Kontakte in seiner Vergangenheit? Wahrscheinlich schielt man aber ganz einfach auf Auflage und Quote, und es ist vollkommen egal, ob man dies mit einer ausnahmsweise gerechten Sache erreicht oder damit, auf die Errungenschaften der Emanzipation hinzutreten.

Die "Werte" des Dritten Reiches sollten auch einer 48jährigen "Berufsblondine", wie Herman vielfach spöttisch genannt wird, schon mal untergekommen sein:

* Muttersein war geradezu Pflicht, Verhütungsmittel waren verboten, Abtreibung wurde bestraft und detto Frauen, die sie vornehmen liessen
* Muttersein hinderte das Dritte Reich nicht daran, Frauen in Rüstungsbetriebe einzuziehen
* Muttersein war unerwünscht wie das Leben an sich, wenn es sich um Jüdinnen, Regimegegnerinnen, Roma und Sinti oder Frauen in den eroberten Gebieten handelte.
* die "Werte" des Dritten Reiches wurden oft so verwirklicht, dass Mütter gemeinsam mit ihren Kindern erschossen wurden oder dass sie sahen, wie die Kinder erschlagen werden, bevor sie starben, oder dass die Mutter getötet wurden, weil sie die Kinder retten wollten, oder dass Mütter und Kinder gemeinsam oder getrennt in die Gaskammern getrieben wurden, oder dass Mütter vor ihrer Hinrichtung, beispielsweise für Flugblattverteilen noch ein paar Monate mit ihren im Gefängnis geborenen Babies zusammen sein durften, und dass Mütter gemeinsam mit ihren Kindern verhungerten.
* "Familie" sah so aus, dass jüdische Familien verfolgt und ausgerottet wurden, dass Familien die Väter als Kanonenfutter entrissen wurden, dass Familien in eroberten Gebieten auseinandergerissen wurden, dass sie gemeinsam vernichtet wurden, dass man ihnen alles nahm und sie hungern liess, dass man sie zu Zwangsarbeitern machte.
* Mutterkreuze wurden an besonders eifrige Gebärerinnen vergeben, für die die "Auszeichnung" ein Hohn war angesichts der Kreuze auf den Gräbern ihrer gefallenen Söhne.

Alexandra Bader

Siehe auch:
"Endlich ganz Mutter sein"
Renate Schmidt zum "Eva-Prinzip"
Eva go home!
Das Eva Braun-Prinzip



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