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"The Power of Nightmares" - die Neocons und das Phantom "Al Qaida"  

Adam Curtis produzierte für die BBC eine dreiteilige Serie über die parallele Geschichte der amerikanischen Neocons und des Islamismus. Beiden Strömungen ist gemeinsam, dass sie den westlichen Individualismus als Schwächung des Staates verstehen und von Menschen die Aufgabe der Freiheit für einen höheren Zweck verlangen. In der ersten Folge "Baby it's cold outside" dient ein alter Schlager als Motto, dessen Titel exakt zum Ziel der "Politik der Furcht" passt.

Die Politik verspricht, uns vor einer Gefahr zu beschützen, die wir selbst nicht sehen und auch nicht verstehen können. An dieser Bedrohung ist das Meiste pure Fantasie und wird unkritisch von Regierungen, Geheimdiensten und Medien verbreitet und verstärkt. Ende der 40er Jahre studierte Sayyid Qutb aus Kairo vorübergehend in den USA und fühlte sich vom Materialismus abgestossen, vom isolierten Leben in Einfamilienhäusern, die vom eigenen Rasen umgeben sind, und von der Oberflächlichkeit der Menschen.

Zurück in Ägypten mischte er bei der Gründung der Moslembruderschaft mit, die 1952 an der Revolution gegen den König beteiligt war, nach der General Nasser an die Macht kam. Die CIA organisierte die Security für das neue Regime. 1954 wandte sich die Moslembruderschaft gegen den für sie zu westlichen Nasser. Sayyid Qutb wurde verhaftet und gefoltert und 1966 vor Gericht gestellt und hingerichtet. Am Tag danach gründete der Schüler Ayman Al Zawahiri eine Gruppe, die Qutbs Nachfolge antreten sollte.

In den USA verfolgte der Straussianismus, vertreten von Schülern von Leo Strauss, eine im Grunde ähnliche Linie. Man sagte, der Individualismus trage die Zerstörung der Gesellschaft in sich. Irving Kristol, Vater des Project for a New American Century-Vorsitzenden William Kristol, scharte gleichgesinnte Intellektuelle um sich. Man kämpfte gegen den Liberalismus und hielt sich an das Vorbild Strauss, das Western wie "Gunsmoke" liebte, wo Gut und Böse klar definiert sind und das Gute immer siegt. Hier fanden sich Wolfowitz, Fukuyama und andere, die die Menschen mit einer gemeinsamen Vision vereinen wollten, welche auch das Selbstbewusstsein in Amerika steigern sollte.


Falsche Rüstungsstatistiken

Damals versuchte die Politik, das Mass an Furcht zwischen den Blöcken zu reduzieren, was aber keine Welt für die Neocons ist, die keine Welt ohne Angst wollen. Nach dem Rücktritt von Präsident Nixon gewannen die Neocons an Einfluss, etwa Donald Rumsfeld, später auch bei Bush Verteidigungsminister, der von einer(erfundenen) Rüstungsüberlegenheit Russlands gegenüber den USA sprach, oder Wolfowitz, der eine "verborgene Gefahr" für die USA vermutete. Es gab wenig Beweise für gefährliche neue Waffen der Russen, sodass man sogar das Nichtvorhandensein neuer U-Boote dazu uminterpretierte, dass diese dann eben über unortbare Systeme verfügen.

ExpertInnen für Rüstungskontrolle fanden im Papier, das das sogenannte "Team B" der Neocons erarbeitete, keine einzige wahre Behauptung. Es ging ihnen u.a. über das Comittee on Present Danger (eine CIA front) um die Verbreitung eines Mythos, während es in Wahrheit weder das absolut Gute noch das absolut Böse gibt. Klarerweise war die Sowjetunion das Zentrum allen Übels. In Ägypten beteiligte sich Al Zawahiri, inzwischen Arzt geworden, an einem Untergrundnetzwerk gegen Präsident Sadat, der "zu westlich" war und wegen der von Kissinger initiierten Verhandlungen mit Israel als "Verräter" galt. Zum Umsturz im Iran 1979 meinte er, dies sei ein Verbrechen gegen den Islam und er bot dem Schah jederzeit Asyl an.

Der von Zawahiri und anderen forcierte "Islamische Djihad" vermochte keinesfalls die Massen zu mobilisieren. Auch Attentate hatten keinen Erfolg, die Täter wurden festgenommen und hingerichtet. Zawahiri selbst war drei Jahre lang in Haft und wurde auch gefoltert. Seine Einstellung und  die anderer wandelte sich unter den Erfahrungen zur Bereitschaft, Terror auch gegen gewöhnliche Muslime auszuüben. Jeder andere ist kein Muslim, da sich die Menschen nicht in die Reihen des "Djihad" begaben, konnte man die Haltung auf den Punkt bringen. Später wurde Al Zawahiri Drahtzieher der Ermordung von Präsident Sadat und von Grossbritannien im Exil beschützt, was den Verdacht nahelegt, dass er für das MI 6 arbeitete.

Inzwischen schlug in den USA die Stunde der Neocons, die sich heftig in die Präsidentschaftskampagne für Reagan einbrachten. Dabei spielten die Millionen an fundamentalistischen Christen eine entscheidende Rolle. Bislang blieben sie Wahlen fern, da ihre Anführer ihnen dazu rieten. Nun aber änderte sich dies, und es gab in Predigten Aufrufe, die Stimme für die Republikaner abzugeben. Daran sind die Neocons nicht ganz unschuldig, die dann auch mit Richard Perle, Paul Wolfowitz und Richard Pipes (Vorsitzender des "Team B") in der Regierung vertreten waren.

Nun wurde behauptet, die Sowjetunion finanziere ein Terrornetzwerk, aufbauend auf den "Beweisen" des Buches "Das Terror-Netzwerk" von Claire Sterling. Sie wurde dafür von der CIA mit "schwarzer Propaganda" gefüttert, völligen Erfindungen, die immer wieder in europäischen Medien platziert wurden. Ein reales Terrornetzwerk war aber für die CIA schlicht eine Fantasie der Neocons. Ironischerweise nahm William Casey, als er CIA-Direktor wurde, Sterlings Buch todernst, obwohl ihn die eigenen Leute beschworen, dass es pure Fiktion ist.

Reagan wollte denn auch, ganz im Interesse der Neocons, die "Kräfte des Bösen" in der Welt bekämpfen. Sehr gelegen kam der Kampf in Afghanistan gegen die russische Besatzung, sodass Casey veranlasste, den Mujaheddin jede Form an Unterstützung zukommen zu lassen: Waffen, soviel Geld wie sie brauchen, Training durch die CIA u.a. in Sachen Autobomben und Folter. Viele der Kämpfer stammten aus Saudi Arabien und hatten zuvor noch nie von Afghanistan gehört. In Peshawar in Pakistan an der Grenze gab es ein Servicebüro für neueingetroffene Kämpfer, die auch in den USA rekrutiert wurden (laut Robin Cook, ehemals britischer Aussenminister, stammt der Name "Al Qaida" von den CIA-Dokumenten über diese Mujaheddin, da er einfach "die Liste" bedeutet).

Im Jahr 1985 kam Osama Bin Laden, um sich zu beteiligen, wobei er ganz einfach über viel Geld verfügte, das er ausgeben  konnte, womit seine Rolle im Wesentlichen definiert war. Zugleich leerten sich die Gefängnisse in arabischen Staaten, besonders in Ägypten, da man die (politischen) Gefangenen in Richtung "Djihad" entsorgte. Al Zawahiri verbreitete seine Ideen unter den Mujaheddin und lehnte jeden amerikanischen Einfluss strikt ab. 1987 zogen sich die russischen Truppen zurück, wobei Gorbatschow gemeinsam mit den USA einen Frieden für Afghanistan aushandeln wollte. Die Neocons lehnten dieses Ansinnen ab und unterstützten weiterhin die Mujaheddin, was den russsischen Präsidenten schockierte, da er wusste, dass diese Kämpfer keine Demokratie schaffen würden.

Die Neocons dachten, sie hätten Russland besiegt, einen Phantomfeind, der an inneren Widersprüchen zerbrach und auch nicht von den Mujaheddin in die Knie gezwungen wurde. So hatten aber beide ihren Mythos, die Neocons wie die Islamisten. In den 90er Jahren entstanden islamistische Parteien, die Moslembruderschaft hatte regen Zulauf. 1991 wurde gegen Saddam Hussein als Verkörperung des Bösen Krieg geführt, wobei die Neocons wollten, dass Bagdad auch erobert wird. Präsident Bush, der Vater des jetzigen Präsidenten, teilte ihre Vision aber ebenso wenig wie Henry Kissinger.

Die Neocons reagierten, indem sie die Inhalte der Republikaner nach rechts rückten, mit Kampagnen gegen Abtreibung und Pornografie. Dies war vielen WählerInnen zu rigide, sodass sie zu Bill Clinton wechselten. Nun wurde der neue Präsident zum Inbegriff des Bösen stilisiert, während anderswo Djihadisten, zurück aus Afghanistan, Regierungen zu stürzen versuchten wie in Algerien. In den USA war Clinton dauernden Kampagnen der Neocons ausgesetzt. Nachdem es Geschichten über sexuelle Belästigung in der Armee gab, wo Frauen erstmals Karriere machten, stellte man auch den Präsidenten in den Konnex ungezügelten sexuellen Verhaltens.


silberner Jet ganz schwarz?!

Man behauptete, die Clintons hätten ihren Vertrauten Vince Foster beseitigt, sie seien in die Whitewater-Affäre verwickelt gewesen und in Drogenschmuggel über Mena, Arkansas - alles erfunden, aber von den Neocons auch in einer eigenen Zeitung gepusht. Man griff zu solchen Mitteln, weil es funktionierte, dabei aber auch die Neocons selbst korrumpierte. Während Clinton ein Impeachment-Verfahren wegen Monica Lewinsky überstand, blieb Bin Laden und Al Zawahiri nichts anderes übrig, als in Afghanistan zu leben, da man sie sonst nirgendwo haben wollte. Zumindest nicht in arabischen Ländern, richteten sie sich doch gegen eine Unabhängigkeit von anglo-amerikanischen Interessen, die sie als "unislamisch" geisselten. Sie waren isoliert und luden 1998 Medien zu Aufnahmen nach Afghanistan ein.

So war Bin Laden auf CNN von Kämpfern umgeben zu sehen, allerdings wurden diese extra für den Tag angeheuert und mussten auch ihre Waffen selbst mitbringen. Die Bin Laden-Bilder von 1998 sind jene, die heutige Artikel über ihn in der Regel illustrieren - sie zeigen einen Mann, der noch nicht wie 2001 von Nierenkrankheit gezeichnet war. In den USA brachte man zwar den Angriff auf Jugoslawien 1999 durch, doch kann er wohl auch als für Clinton gelegen gesehen werden, da er sich nun als "starker Mann" erweisen konnte. (Al Zawahiri hatte damals, mit anglo-amerikanischer Unterstützung, eine Aufgabe bei der KLA/UCK im Kosovo).

"The Shadows in the Cave" zeigt die Ausgangsperspektive von Neocons und Islamisten um die Jahrtausendwende. Der Islamismus wurde keine Massenbewegung, hatte sich aber Terroranschlägen zugewandt wie beim Attentat auf die US-Botschaft in Nairobi. In diesem Zusammenhang gelangte der Namen Bin Laden ins öffentliche Bewusstsein. Er rekrutierte Kämpfer, die auch für den Einsatz in Ländern wie Tschetschenien oder Usbekistan trainiert wurden (und geostrategischen Plänen der USA dienten). "Al Qaida" als Organisation wurde Anfang 2001 geschaffen, als vier Verdächtige von Nairobi vor einem US-Gericht standen. Die Strafverfolgungsbehörden brauchten eine Gruppe, um auch Bin Laden verantwortlich zu machen. Behilflich war ein früherer Verbündeter, der Bin Laden bestohlen hatte und daher vor ihm geflohen war.

Der Mann wurde bereits von Geheimdiensten herumgereicht (sodass sich fragt, ob auch er für sie arbeitete) und schuf genau das Bild von einer "Al Qaida", das sich das FBI wünschte. Es gab nur lose Verbindungen zwischen isolierten Islamisten, die in arabischen Ländern Randerscheinungen darstellten, doch nun war der Mythos "Al Qaida" geschaffen. Im Film wird betont, dass weder Bin Laden noch Al Zawahiri etwas mit 9/11 zu tun hatten, während Khaled Sheikh Mohammed als Drahtzieher genannt wird (der für Jahre in Geheimgefängnissen verschwand und dessen Aussagen daher mit Vorsicht zu geniessen sind; davon abgesehen, dass 9/11 eine komplexe Operation war).

Bush sprach nach 9/11 davon, dass 60 Länder tausende Terroristen beherbergen; und auch von anderen Politikern etwa in Österreich waren Behauptungen zu hören wie "es gibt tausende Ex-KGB-Leute als Söldner, die Attentate planen", was etwas "brainwashed" klang, besonders wenn jemand zuvor noch 9/11 skeptisch war. 9/11 brachte die Neocons wieder an die Macht, die vorher Aussagen von Bush anhören mussten wie: "Es ist nicht die Rolle der USA, in andere Länder einzumarschieren und ihnen zu sagen, ihr müsst es auf diese Weise machen." (2000) Nun stellte sich heraus, dass zutraf, was die Neocons die ganze Zeit sagten (die mit dem PNAC von einem Ereignis mit Katalysator-Effekt, einem neuen Pearl Harbour träumten), ebenso wie die Thesen des Neocon Samuel Huntingdon über den "Clash of Civilizations" nicht mehr als Unsinn abgetan werden konnten.

Wolfowitz, Perle, Cheney, Rumsfeld waren nach beinahe 20 Jahren wieder an der Macht, und nun galt es, den Kampf zwischen Gut und Böse auszufechten, den "Krieg gegen die Tyrannei, die die Terroristen der Welt aufzwingen wollen", wie Perle es nannte. Im Nu liess sich eine beinahe schon tote Bewegung rekonstruieren, da ihre Ansichten so gut zur Situation passten. Nun kämpften die USA gemeinsam mit der Nordallianz gegen die einst geförderten Taliban und zahlten Kopfgelder für gefangene oder getötete Taliban und sahen bei Greueltaten  einfach weg. Ironischerweise wurde die "islamistische Bewegung" nun durch den Krieg in Afghanistan zerstört, aber bis heute virtuell und propagandistisch von den USA und ihren Verbündeten auch in den Medien am Leben erhalten.

Da war das Märchen von Bin Ladens Bunker, anschaulich durch Grafiken in Zeitungen mit allen Raffinessen dargestellt und der Zuflucht einer westlichen Regierung im Atomkriegsfall würdig. Rumsfeld sprach sogar von mehreren solcher Bunkeranlagen, zwischen denen Bin Laden wechseln kann. Nunja, zuerst suchte die Nordallianz in den von den Taliban eroberten Gebieten etwa an der Grenze zu Pakistan nach den sagenhaften Bunkern. Sie fanden nur völlig leere, natürliche Höhlen, in denen teils früher Sprengstoff gelagert wurde. Da sie ja Prämien bekamen, fingen sie ein paar Bauern und verkauften sie den Amerikanern als "Al Qaida".


einer von Bin Ladens Bunkern

Schliesslich nahmen die Amerikaner die Suche selbst in die Hand (wissend, dass bei etwaiger Gefährlichkeit von "Al Qaida" die Nordallianz das "Kanonenfutter" gewesen wäre?) und fanden ebenfalls nichts. "Al Qaida" war vollkommen verschwunden. Das wiederum wollten die Briten nicht glauben, die doch von wegen IRA Erfahrungen im Kampf gegen Terror hatten. Auch sie fanden nichts und nahmen niemanden gefangen. Die kleine Gruppe um Bin Laden war längst zerstreut oder getötet worden. Das hielt aber niemanden davon ab, das Al Qaida-Phantom am Leben zu erhalten, zumal es Anklang fand bei jungen, zornigen Männern in der islamischen Welt.

Nun wurde "Al Qaida" auch in den USA gejagt, tausende Menschen unter Umgehung rechtsstaatlicher und verfassungsgemäßer Prozeduren festgehalten. Es gab wenn überhaupt nur ganz geringe Beweise, sodass die medial auch gross gespielten Verhaftungen zu peinlichen Blamagen wurden. Der "erste Erfolg im Krieg gegen den Terror zu Hause" (Bush) beruhte auf Aussagen, die ein Kleinkrimineller gegen Aussicht auf Strafreduzierung machte und dann wiederrief. So sollten vier junge Muslime angeklagt werden, die angeblich in einem harmlosen Video über einen Besuch in Disneyland verdeckte Botschaften über Anschlagsziele unterbrachten. Einer der Männer hatte einen Terminkalender geführt, in dem Kritzeleien als Vorbereitung von Attentaten auf US-Basen in der Türkei interpretiert wurden.

Sechs junge Männer waren Anfang 2001 in einem Trainingscamp in Pakistan gewesen, einer von ihnen wollte nach Kuwait fliegen um zu heiraten. Er mailte seinen Freunden, dass sie ihn jetzt eine Weile nicht sehen werden - es wurde als codierter Hinweis auf einen Anschlag verstanden. In Grossbritannien wurden mehr als 600 Menschen festgenommen, von denen keiner Verbindungen zu "Al Qaida" hatte. Einem Mann wurde vorgeworfen, er bereite sich auf Anschläge vor, weil er eine Selbstverteidigungskurs besuchte, tatsächlich war er Security in einem Supermarkt. Anderen wurde ein Stadtplan zum Verhängnis, den Besuch aus Australien in der Wohnung zurückgelassen hatte.

Mit Abu Zubaydah hatten die Amerikaner endlich wieder einen vermeintlichen Bin Laden-Gefolgsmann, der ihnen von geradezu ungeheuerlichen Terrorplänen erzählte, die jedoch aus Hollywoodfilmen wie Godzilla stammen, die in afghanischen Camps zur Unterhaltung dienten. Auch der Mythos von der "Dirty Bomb" ist pure Fantasie, da sie nur dann gefährlich wäre, wenn die Menschen ein Jahr unbeweglich bleiben und die freigesetzte Strahlung aufnehmen. Weit bedrohlicher ist die Panik, die solche Terrrorwarnungen bei den Menschen auslösen können, meinen Experten.

Der Mythos "Al Qaida" dient längst der Politik, da man sich ihm gegenüber als stark profilieren kann, und hilft den Islamisten, viel zahlreicher und mächtiger zu erscheinen als sie sind, ist die Schlussfolgerung des Filmes. Nun haben wir auch weiterhin "Al Qaida" als Schreckgespenst, das selten mit konkreten Personen in Verbindung gebracht wird. Wenn es um greifbare Menschen geht, wirken sie unbeholfen, etwas neben der Spur und haben Schwierigkeiten, mit dem normalen Leben zurande zu kommen. Sowohl bei London 7/7 (2005) als auch 9/11 fällt auf, dass das Terrorszenario genau dem entspricht, was parallel als Antiterrorübung geplant war - was nicht Thema dieser Dokus war, aber zu denken geben sollte...

Inzwischen ist bekannt, dass im Irak schon mal als Araber verkleidete Briten Terroristen spielen oder dass Amerikaner Irakern ein Handy und ein Auto geben und sie anweisen, an einem bestimmten Punkt eine Nummer zu wählen - diese Machenschaften kommen nur deswegen raus, weil mal ein Iraker ausstiegt, weil er keinen Empfang hat, und dann das Auto hinter ihm explodieren sieht. So kann endlose Feindseligkeit zwischen Schiiten und Sunniten auch geschürt werden. Verheerend ist der Krieg gegen (für?) Terror aber auch in westlichen Demokratien, wo offen ein Paradigmenwechsel vom Rechtsstaat zur "Prävention" gefordert und umgesetzt wird. Man soll für das, was man vielleicht planen könnte, festgehalten werden können, und hat natürlich keine Chance, jemals zu widerlegen, was einem andere in ihren absurden Fantasien unterstellen. "Thoughtcrime" würde Orwell wohl dazu sagen....

Alexandra Bader

Zum Thema siehe auch: Arbeiteten die "islamistischen Terrorkids" wirklich für "Al Qaida?"

The Power of Nightmares:
Teil 1 "Baby it's cold outside"
Teil 2 "The Phantom Victory"
Teil 3 "The Shadows in the Cave"


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