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Jung, weiblich, technisch begabt  

HTL-4-girls!, unter diesem Motto stand die HTL St.Pölten unter anderem am 23. November 2007 im Rahmen des Tags der offen Tür. Zukünftige SchülerInnen und ihre Eltern konnten die Arbeit der jungen TechnikerInnen in einer der vielen Werkstätten hautnah kennen lernen und sich bei LehrerInnen und SchülerInnen über die vielfältige Ausbildung in den verschiedenen Fachrichtungen schlau machen.

Von den cirka 1900 SchülerInnen der HTL St. Pölten sind derzeit nur 91 Mädchen. Ein Grund, warum sich das Projekt „HTL-4-Girls“ - ins Leben gerufen von Landesrätin Mag.a Johanna Mikl-Leitner - seit vier Jahren besonders um den weiblichen Nachwuchs in technischen Ausbildungen kümmert. Seit kurzem unterstützen auch die NÖ Wirtschaftskammer und die NÖ Industriellenvereinigung das Projekt, sie sensibilisieren ihre Unternehmen und Betriebe für Schnuppertage, Praktikumsplätze und Jobangebote für Schülerinnen der HTLs.
„Ich habe mich schon immer für Technik interessiert und finde die Ausbildung toll. Dass wir so wenige Mädchen sind, macht mir gar nichts aus, ich verstehe mich gut mit den Burschen“, erzählte Stephanie, die die zweite Klasse im Zweig Elektrotechnik besucht. Stephanie und einige ihrer Schulkolleginnen standen in einem eigenen Bereich für Mädchen Rede und Antwort und betreuten zwei Stationen, an denen sich die Besucherinnen im Stempeln und Löten üben konnten. Die geschickten Mädchen bastelten an einer Taschenlampe und gestalteten am Amboss einen Anhänger aus Metall.

Zum Werkzeug griffen auch die Präsidentin der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Sonja Zwazl, und Landesrätin Johanna Mikl-Leitner, die die Vorbildfunktion der HTL St. Pölten lobte. Bei einer Führung durchs Haus ließ sie sich die verschiedenen Arbeiten der Schülerinnen erklären; die zukünftigen Wirtschaftsingenieurinnen oder Industriedesignerinnen arbeiten schon aber der ersten Klasse fünf Stunden pro Woche in den Werkstätten und schmieden Kerzenständer, designen Gürtelschnallen oder bauen sich ein Office-Set zusammen, wie Stephanie erzählte.

„Ich habe schon in der Hauptschule gerne gebastelt und entworfen“, meinte Julia, die den Zweig Maschineningenieurswesen besucht. Kreativität und Sorgfältigkeit – Eigenschaften, die frau für einen technischen Beruf braucht, dennoch üben immer noch ein großer Teil der Frauen einen der „typischen Frauenberufe“ wie Sekretärin, Friseurin, Verkäuferin oder Kindergärtnerin aus.  
Ein Zettel, der im Gang der HTL zwischen gerahmten Bildern von Technikerinnen hängt, führte den Besucherinnen vor Augen: Während eine Nachrichtentechnikerin ein Bruttogehalt von 2.200 Euro bekommt, muss sich eine Friseurin mit 1100 Euro, eine Sekretärin mit 870 Euro zufrieden geben. Vielleicht mitunter ein Grund, warum der Vater von Amie mit seiner Tochter zum Tag der offenen Tür gekommen ist. Während Amie an der Stempel-Station hämmerte, erzählte sie den anderen Mädchen von ihrem Berufswunsch: Industriedesignerin.

Viele der Schülerinnen an der HTL St.Pölten haben noch keinen konkreten Berufswunsch, doch eines ist für alle klar, eine technische Ausbildung öffnet viele Türen. Die sogenannten „Girl Scouts“ beraten im Übrigen nicht nur beim Tag der offen Tür technisch interessierte Mädchen. Im Rahmen des Projekts erzählen sie an Volks- und Hauptschulen von ihren Erfahrungen und können so auch das eine oder andere Mädchen dazu motivieren, sich für eine HTL zu entscheiden. Ein Mädchen hat es trotz Burschendominanz gleich an die Spitze aller SchülerInnen geschafft:  Manuela Fraisl ist vor kurzem zur Schulsprecherin gewählt worden. Ein Mädchen vertritt die gesamte HTL – wir gratulieren herzlich!

Text und Bilder: Brigitte Theißl


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» HTL St.Pölten


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