Das Debüt der britischen Autorin Minette Walters "Im Eishaus" (1992) wurde unter Krimifans mit gewissen (anerkennendem) Schaudern weiterempfohlen, ist die Geschichte um eine zunächst unbekannte, in einem ehemaligen Kühlhaus gefundene Leiche recht verschlungen, bis sie eine überraschende Lösung findet. Seit damals liefert Walters regelmäßig weitere spannende Romane, in denen stets auch aktuelle gesellschaftspolitische Fragen aufgegriffen werden.
"Des Teufels Werk" bietet zwar keine komplizierte Geschichte, schildert aber den letztlich erfolgreichen Kampf einer Frau gegen einen Mann, der sie zum Schweigen bringen will. Connie Burns arbeitete als Reporterin zunächst in Afrika, dann in Bagdad und begegnet dort John Harwood alias Keith MacKenzie wieder, der bereits in Sierra Leone den Ruf eines Vergewaltigers, Folterers und Mörders hatte. Nun soll er ein gut überprüfter Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma im Irak sein und ohnehin einen anderen Namen tragen. Als Connie zu recherchieren beginnt, wird sie entführt und nach einigen Tagen traumatisiert freigelassen.
Sie flüchtet sich nach England in ein vorübergehend angemietetes Haus am Land und ist selbst für ihre Eltern nur per Telefon und E-Mail erreichbar, für ihren Chef und die Polizei, die beide nicht an eine Entführung durch islamische Fundamentalisten, sondern durch Harwood glauben, nur per Mail. Die ruppige Farmerin Jess und der in diese verliebte Arzt Peter werden zu ihren Verbündeten, wobei sie ihnen zunächst noch vorspielt, sie sei eine andere und habe sich zurückgezogen, um an einem Buch zu arbeiten.
Als Harwood sie aufspürt und zugleich auch Jess und Peter in seiner Gewalt hat, kommt Connie zugute, dass sie sich sehr mit ihrer Angst und ihrem Peiniger auseinandergesetzt hat, denn sie schafft es, ihn zu besiegen. Während seine Leiche nie gefunden wird, gelingt es Connie und Jess auch aufzuklären, wie eine Verwandte mit der an Alzheimer leidenden Besitzerin des Hauses umgegangen ist, als weibliches Pendant zur Grausamkeit von Harwood. Die alte Frau sollte mehrfach in den Unfalltod getrieben werden, um an das Erbe zu gelangen.
Minette Walters: "Des Teufels Werk" ist als Taschenbuch im Goldmann-Verlag erschienen.
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